Mittwoch, 1. April 2015

Schmetterlingsprozess - Tag 16/60


1. April 2015  Wie geht es Dir???? Oute dich im Guten wie im Schlechten!  
Was ist eigentlich los hier auf Facebook? Warum schreiben die meisten Menschen nur wenn es ihnen gut geht oder von ihren Erfolgen oder von den Erfolgen ihrer Kinder? Oder sie posten Botschaften anderer, Bilder und Filme von Anderen die sich outen. Warum outen sich die Menschen nicht voreinander? Das verzerrt doch total die Wirklichkeit. Wie sollen wir denn voneinander lernen, wenn wir uns nicht zeigen? Warum antworten wir auf die Frage, wie es uns geht, immer „GUT“?
Es ist richtig, aus den schlechten Sachen Geschichten machen und sie wieder und wieder zu erzählen, hilft nicht, vertieft nur die schlechte Energie. Doch die Realität zu verleugnen verkettet uns fest, hilft also auch nicht. Das was ist, die Realität, die heute für uns im Innern real ist, das wie es sich eben anfühlt, will gesehen werden, gefühlt werden. Diese Realität, auch wenn das heißt, dass wir gerade, immer noch und schon wieder in verhasstesten Gefühlen sitzen, will von uns gesehen werden. Solange wir sie ablehnen, verleugnen und wegmachen wollen, werden all diese Gefühle penetrant bleiben. Und sich immer wieder neu inszenieren. Im Stress mit dem Chef, mit dem Ex, mit Fremden in der U-Bahn oder als Krankheit. Unser Unterbewusstsein ist ein höchst kreativer Regisseur und er schafft es präzise genau das Gefühl in uns zu inszenieren, was wir bisher übersehen haben und vor dem wir am meisten Angst haben. Immer wieder. Bis wir uns stellen. Wenn wir gänzlich anerkennen, was ist, kann sich etwas wandeln. Authentische Wahrheit will Aufmerksamkeit. UND es geht jedem einzelnen von uns so. Glaub nur nicht, dass der coole Macker, der heilige Spiri oder die liebe Nachbarin sich nicht immer wieder genauso scheiße fühlen wie du. Die Ablenkungsmechanismen sind groß, das Angebot in unserer Gesellschaft ist vielfältig. Doch wir können es durchbrechen in uns und in der Art, wie wir uns zeigen. Seien wir authentisch. Seien wir echt. Weinen wir, wenn uns zum heulen zu Mute ist. Es geht nicht darum, Menschen anzubrüllen, wenn man wütend ist, es geht darum in sich diese Wut zu fühlen. Und fühlen tut man still. Wenn man sie ausagiert, agiert man das Gefühl weg. Dann passiert keine Transformation. Wenn wir hingegen das Gefühl wie eine Welle durch uns fließen lassen, dann wandelt sie sich – erstaunlicherweise (oder auch nicht) in immer mehr Liebe. Im Ende sind alle Gefühle wie eine Hitzewelle, die uns durchflutet. Und wenn ich weiß, dass jedes durchgefühlte Gefühl mich dem Glück näher bringt, dann nutze ich jede Gelegenheit. Und das nimmt mir mehr und mehr die Angst vor den sogenannten schlechten Gefühlen. Durchfühlen dauert 90 Sekunden - das ist nichts im Vergleich damit, wie viele Stunden, Tage, manchmal Wochen man in einer Wut, Trauer oder Verzweifelung hängen bleiben kann. Das kenne wir alle. Und wenn wir uns von diesen Erfahrungen erzählen, wahr und authentisch, dann werden wir immer mutiger und können schneller und besser fühlen. Lasst uns diese Erfahrungen teilen, damit wir alle einen Weg gehen können, der jeden von uns heilt. Wir lernen durch nachmachen, zeigen wir, was wir machen, damit wir voneinander lernen können.

Übung: Tun wir uns selber und den Menschen, die uns etwas wert sind den Gefallen und zeigen uns authentisch. Wenn wir gefragt werden, wie es uns geht, dann sagen wir auch die Wahrheit. Mal geht es gut. Mal ist der Tag so hin und her, dass ich gar nicht einschätzen kann, ob ich heute wirklich schon gegangen bin. Mal ist mein Tempo meines Weges so schnell, dass ich vor Euphorie quietsche oder vor Angst die Luft anhalte. Mal ist meine Bedürftigkeit so groß, dass ich gleich in den Arm meines Gegenüber hüpfen könnte und mal ist meine Scham über mein Schon-wieder so groß, dass ich am liebsten gehen würde, nur weil ich die Frage nicht beantworten möchte, dem Rot-werden ausweichen mag – dann ist das meine wahre Antwort! Aber nur wenn wir uns alle das Schon-wieder zeigen, begreifen wir, dass wir keine Aliens sind, sondern mutige Wesen, die sich der eigenen Realität stellen. Lets go. Wie geht es dir? Wie geht es dir wirklich?


Rauhenachtsbild für April 2015

Ehrfürchtiger Raum, wo Frieden ist.
Ergib Dich. Ergib dich völlig. Nackt und erbarmungslos.
Hole alle Energie nach Hause in dein System.
Schließe den Kreislauf.
Gib auf. Ganz still. Gib auf.

Aus der Serie Rauhenachtsbilder 2015
Papier, 40 x 54 cm, Silber, Bleistift, Edding, Dez. 2014

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