Donnerstag, 2. April 2015

Schmetterlingsprozess - Tag 17/60

2. April 2015 Wünsch Dir was!!! Denn jeder Tag kann dein Geburtstag in dein neues Leben sein. 
 
Heut ist meiner. UND ich wünsch mir was: Ich wünsch mir aus tiefstem Herzen ein Heilehaus und eine Karaoke-TanzundSingPerformanceGruppe. 
Ein Heilehaus, wo wir all unsere Kompetenzen, Kräfte und Können unsere ganze Liebe zusammenlegen und damit viele, viele, viele heilen. Dort soll es mehr geben als alles was Heilpraktiker und Spiris können. Dort soll es Ateliers, Theaterbühnen, Tanzräume und Artistiktraining geben, Gesangsgruppen, wilde Performance und eine Filmcrew. Alles ist erlaubt und alles kommt auf die Bühne! Das ist der Kern des Heilehauses, wie ich es mir wünsche!!!
Ohne meine Kreativität, mein tägliches malen, schreiben und tanzen wäre ich nie heile geworden. Menschen brauchen zwei weitere Dinge neben guten Schamanen, Heilpraktikern und anderen Helfern: Wir brauchen es uns in den Ausdruck zu bringen. Ob wir malen, einen Garten bauen, kochen oder tanzen ist egal. Wie mein großer Schamane, Beuys, auf dessen Akademie ich studierte, es immer sagte „Wir sind alle Künstler!“ Wir ersticken, wenn wir unser Inneres nicht zum Ausdruck bringen können. Das ist ein wichtiger Heilschritt. Und das zweite ist, dass wir uns zeigen, so wie wir sind. Das wir uns auf unsere Bühne stellen, ins Rampenlicht unseres Lebens und das wir gesehen werden. Wir brauchen die Anderen für den Applaus. Wir sind Menschen und wir brauchen es gesehen zu werden im Spiegel der Anderen. Und das ist gut so. Wir brauchen unsere gegenseitige Liebe. Alle.
Ich hab vor ein paar Jahren ein Drehbuch geschrieben „Happy Together in Berlin“. Es handelt von einer über 70jährigen Oma, Poupette, die das zweite Mal Krebs bekommt und keine Chemo mehr will. Sie findet ein altes Bild aus ihrer Hippyzeit auf dessen Rücken sie all ihre damaligen Träume geschrieben hat, die sie alle nicht erfüllt hat. Der Satz, „Das darf es nicht gewesen sein.“ ergreift sie und sie nimmt sich diese Liste und verändert ihr Leben. Sie färbt sich die Haare pinkt, kauft sich ein Mofa und gründet mit ihrer Enkelin eine Karaokefakeband, Die Miss Kittykats. Ihr schwuler Friseur und ein paar Freundinnen sind mit von der Partie und sie tanzen und singen was das Zeug hält auch ohne die wahnsinns Talente zu sein. Sie tuns einfach. Und sie werden erfolgreich damit, erst auf kleinen Bühnen und dann immer größer und sie stecken die Menschen an. Und Poupette verliebt sich und von ihrem Krebs ist nichts mehr zu sehen am Ende dieses Sommers. Genauso werden wir heile, indem wir leben, wonach unsere Seele ruft.
Ich saß in jenem Sommer als ich das Drehbuch schrieb jeden Sonntag im Mauerpark im Karaoke zwischen den 4.000 anderen Besuchern. Es war erstaunlich was dort immer wieder passierte. Nicht die Opernstimmen, die Porfitänzer oder hübschen Chickas ernteten dort die Jubelstürme der Massen, sondern die Dicken, die sich wie Elfen drehten, die Hässlichen, die wie Modells ihre Hüften schwangen, die mit den Gebrochenen Stimmen, die abrockten die rissen das Publikum von den Sitzen. Ein alter Mann, der jeden Sonntag mit seiner Alditüte kam und von den Strassen von NewYork und seiner Liebe sang. Menschen, die so schief und krumm und untalentiert waren, wie wir alle es eben sind und sie sich dennoch trauten sich zu zeigen. Es gab junge, alte, dicke, dünne, schlacksige, jede Hautfarbe, jeder Modetyp und alles durcheinandergemischt gab es auch – das alles war egal, sondern der Mut wurde bejubelt. Mensche, die sich so liebten, wie sie waren und ihr Herz völlig öffneten, die eroberten das Publikum im Sturm. Und keiner von ihnen konnte besonders singen oder tanzen, darum ging es nicht. Es ging darum sich zu zeigen und am Applaus der Anderen zu gesunden. Tosende Beifälle gab es dort, dass ich jedes Mal elektrisiert bis in die Haarspitzen nach Hause ging. Dieses Sonntagskaraoke war eines der größten Heilveranstaltungen der ganzen Stadt, es war als ob der gesamte Heilstrom von Atlantis dort nieder ging, unglaublich schön. Ich saß dort so oft mit Tränen vor Rührung.
Ich schrieb aus dieser Energie das Drehbuch und arbeitete fast zwei Jahren an dem Projekt. In diesen Tagen wo es darum geht aus meinem Cocon zu schlüpfen ist mir klar, warum trotz einer Vorproduktionsförderung für ein ganzes Jahr, tollen Schauspielern und so vielen wundervollen Mitarbeitern das Projekt wieder in der Schublade landen musste: es ging nicht darum diese Idee als Film zu bringen, sondern es geht darum sie in live, im echten Leben ins leben zu bringen. Das ist kein Film, sondern ein Heilformat!

Ich wünsche mir eine Karaoke-TanzundSingPerformanceGruppe. Mein inneres Kind hüpft und springt gerade vor Glück. Ja, ich will tanzen, singen, zusammen lachen und eine Show entwickeln – aus Nichts als aus Freude daran. Für Nichts als für uns, für uns alle. Das ist mein Wunsch für mein nächstes Lebensjahr. Für alle, die schon immer singen wollten und meinten sie hätten keine gute Stimme. Für alle, die Tanzen lieben und denken, sie wären zu dick, zu unbeweglich oder hässlich. Für alle die ihr Leben lang davon träumen, dass sie auf einer Bühne stehen wollen und sich noch nicht einen Schritt daraus getraut haben und für die, die absolut unter das Alter fallen, jetzt ist eh alles zu spät, mit 40 wird man doch kein Popstar mehr. Wieso denn nicht? Für alle die schief und krumm sind oder Indianerfedern tragen wollen oder einfach Spaß und Freude wollen!
Lets go, highho.

Übung: Was wünscht du dir? Wünsch es dir heute, jetzt und schau, was du tun kannst, damit es sich erfüllt. Frag danach. Setzt dich für deine Wunscherfüllung ein!!!!
Übung zwei: Wenn du auch schon immer tanzen, singen, dich zeigen und auf die Bühne wolltest, dann meld dich bei mir und schreib mir, wovon du schon immer träumst!




Lichtbauzeiten, in völliger Hingabe an das was ist.
Wenn ich noch was kriegen muss von der Welt,
dann bin ich noch im Krieg.
So einfach ist das.
Fertig bin ich, wenn ich nichts mehr verbessern will.
Wenn eine Form von Sehnsucht in uns ist –
wenn alles noch zu zu zu ist,
dann sind wir noch nicht fertig mit der Transformation.
Dieser Stein ist der Stein des ewigen Lichtes.
Es ist alles geschehen. Es ist alles da.
Licht ist nur Da-sein. Licht ist Schweigen. Gnade.

Papier, 40 x 54 cm, aus der Serie Heiliges Blut, Bild 9
 

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