Donnerstag, 9. April 2015

Schmetterlingsprozess - Tag 24/60


9. April 2015 Lieb Dich und Du wirst geliebt.
Mit tiefsten Selbstzweifeln bin ich heut morgen aufgewacht. So einsam. Ich hab noch nie alleine schlafen gemocht und nun tu ich das schon seit Jahren. Ich weiß gar nicht mehr wie sich das anfühlt im Arm eines Mannes zu schlafen, das beschützende Schnarchen, was mich wiegt und die Hitze des Atems, dass die Wangen streichelt. Wird es je einen Mann geben, dem meine Liebe nicht zuviel ist? Nina, sagte mein bester Freund, wirst du endlich mal einen aussuchen, der keine schizoiden Störungen hat? Ata deine Verleugnungen und dann wird ein Hirschkönig kommen, der gar nicht genug von deinem Liebessaft saufen kann... wieder und wieder werde ich nach Innenn in den Cocon gestoßen. Es liegt in mir. Der schizoide Mann, den ich mir da gaaanz zufällig, gaaanz zielstrebig jedes Mal auswähle und den ich für umwerfend toll halte, der passt perfekt als Spiegel meines eigenen männlichen Anteiles und darauf will mich die Auswahl meines Unterbewusstseins aufmerksam machen. Und es soll weh tun, weil es nicht gut für mich ist. Hallo, Schmitzin, du darfst jetzt deinen eigenen schizoiden Anteil befreien. Ganz behutsam darfst du dich in genau das hinein trauen, wovor du den größten Widerstand hast: Du darfst dich berühren lassen. Denn schaue ich genau und ehrlich hin, dann gibt es in mir einen Anteil, dem es echt voll zuviel ist, dass ich schon wieder und noch mal einen Prozess durchmache. Der rennt schreiend weg und will mit dem ganzen Geheule nichts mehr zu tun haben. Der geht lieber Arbeiten, macht Projekte, der ist lieber taff, frech und wild – und der hasst es das innere Kind schooon wieder in den Arm zu nehmen. Das ganze Gejammer ist dem zuwider!
Die Lösung ist so banal, wie leicht: solange ich mich selber so behandle, wird mich mein Außen auch so behandeln. Ich habe es in der Hand. Wenn ich mich liebevoll annehme wie ich eben bin, wird mir das gespiegelt. Oder anders gesagt, solange mein Inneres Kind nicht die Liebe von mir bekommt, die es eben braucht, wird es sich tausend Tricks einfallen lassen, wie es mich darauf aufmerksam macht, wie beschissen das ist, so ignoriert zu werden. Es wird wieder und wieder dafür sorgen, dass ich genau spüre, wie es sich fühlt – bis ich aufwache und mir selber das nicht mehr antue. Ich darf mich selber berühren, ich darf mich selber in den Arm nehmen. Ich darf mich trösten und liebkosen. Es ist ein Trugschluss, wenn wir denken, andere könnten uns trösten. Niemand außer uns selbst kommt an die Inneren Kinder ran – das wäre eine Dimensionsverschiebung, die nicht möglich ist. Wir sind die einzigen, die unsere inneren Kinder erreichen können. Nur wir können ihnen Eltern sein. Der männliche und der weibliche Anteil in uns. Das ist ein Teil ihrer Aufgabe in unserem System.

Übung: Gibt es bei deinen Partnern oder Expartnern etwas, was dich regelmäßig traurig oder wütend macht oder verletz? Etwas, was sich immer wiederholt? Wie genau fühlst du dich? Ungesehen? Nicht ernst genommen? Bedrängt?
Nimm einfach mal an, dass sich dort draußen ein identischer Spiegelfilm deines Inneren abspielt. Such in dir die Anteile, die genauso miteinander umgehen, wie dein Partner/Expartner und Du. Frage beide Anteile, wieso sie so handeln. Und frage sie, was sie eigentlich brauchen? Und dann gib es beiden Anteilen. Gib Du diesen Anteilen deines Selbst, was es braucht. Wenn du das eine Weile lang tust, wirst du feststellen, dass das Außen es Dir nachmacht. Lieb Dich und du wirst geliebt.



Auferstehung aus tiefsten Urbäumen im Licht.
Reinstes Blut wäscht heil. AHO.
Papier, 20 x 30 cm, aus der Serie Heiliges Blut, Bild 3

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