Shamanic Shaking



Shamanic Shaking 

SCHÜTTELN.

WECKEN WIR UNSERE INSTINKTE

Die Polyvagaltheorie, eine Kurzbeschreibung 

 

Wir haben einen schlauen, weisen, uralten Ratgeber in uns: das Autonome Nervensystem, es umfasst das Bauchgehirn und den Vagusnerv. Unterwegs ist es nicht nur an alle Organe angeschlossen, sondern auch an unser Herzgehirn. Der Teil in unserem Körper, der so alt ist, wie die Urtiere. Eine uralte Tigerin in uns. In der Polyvagaltheorie geht es um den Vagusnerv, den 10. Gehirnnerv – wobei dieser Begriff irreführend ist, den eigentlich ist es ein Bauchnerv, würd ich sagen: 

Was ist der Vagusnerv? 

Der Vagusnerv ist der längste Nerv im Körper und reicht vom Gehirn (Hirnstamm) bis zu den wichtigsten Organen wie Herz, Lunge, Darm, Leber und Nieren. Sein Name kommt vom Lateinischen "vagari", was „wandern“ bedeutet – weil er durch den ganzen Körper "wandert". Der Vagusnerv verbindet das älteste Gehirn in uns: das Bauchgehirn mit dem Kopfgehirn. Das Bauchgehirn, enterisches Nervensystem, hat 500 Millionen Neuronen, es regelt autonom die Verdauung, die Hormonproduktion, zB 90% der Serotonin/Glückshormon Produktion und die Immunreaktionen, zB 70% der Immunzellen sitzen im Darm. Das spannende ist, der Vagusnerv ist unsere Hauptkommunikationsleitung und 80-90% der Parasympathischen Impulse gehen vom Bauch zum Gehirn. Und nicht umgekehrt! Lies das noch Mal! Früher dachte ich, die Augen sehen und die Ohren hören und senden diese Impulse ans Kopfgehirn und von dort gehen die Reaktionen weiter, doch weit gefehlt. Der Bauch schickt ständig Informationen über den Zustand des Körpers ans Gehirn. Wieviel Stress da ist, über Entzündungen und Nährstoffe, aber auch über Gefahren – der Bauch reagiert als erstes, wenn eine Gefahr droht. Die alte Idee übers Bauchgefühl! 

Der Vagusnerv ist im Gehirn mit den wichtigsten Regionen verbunden: zB mit dem Amygdala, wo die ankommenden Informationen überprüft werden, ob wir sie schon kennen. Weiter mit dem Präfrontalen Kortex, der dann überprüft, ob wir nicht Überreagieren und der unsere Emotionen reguliert. Er ist aber auch verbunden mit dem Hypothalamus, der unsere Herzfrequenz, Blutdruck und Atmung danach reguliert. Natürlich kommt er auch im Gehirnstamm an und zwar als erstes, denn dort werden über die Überlebenswichtigen Körperfunktionen entschieden. 

In der Polyvagaltheorie haben Forscher wie Porges entdeckt, dass der Vagusnerv drei „Stränge“ hat. In der früheren Wissenschaft war immer von zwei Strängen (Parasympathisch und Sympathisch) die Rede. Das ist der wichtigste Unterschied. 

Wenn wir in Ruhe und Ausgeglichenheit leben, dann ist der Parasympathische Strang aktiv und schickt dauerhaft Informationen vom Bauchgehirn zum Kopfgehirn ans Amyglada, usw. darüber wies uns geht. Das Amygdala kontrolliert und gibt wieder frei. Dann ist unser Herz ruhig, die Atmung ruhig, die Augen entspannt, die Verdauung läuft, Organe können je nach Organuhrzeit (TCM, also auch im Schlaf) detoxen und sich regenerieren, das Herz auch emotional geöffnet, wir können in Verbindung mit Menschen gehen, sozial interagieren. 

Erkennt der Bauch eine Gefahr schickt er die Information ans Gehirn und wenn das Amygdala dies bestätigt, dann wird sofort der Sympathische Strang des Vagusnerv angestellt: Die Verdauung wird eingestellt, die Lungen und das Herz aktiviert, die Augen werden aktiviert, usw. – damit wir sofort Muskelkraft und Aufmerksamkeit für Kampf und Flucht haben. 

Wenn die Gefahr zu groß oder als unüberwindbar eingeschätzt wird, aktiviert sich der dorsale Vagus (der evolutionär älteste Teil des Vagusnervs). Dieser Strang führt zu einer Notabschaltung: Herzfrequenz und Blutdruck sinken drastisch, Verdauung wird komplett lahmgelegt, der Körper fällt in Starre, Ohnmacht oder Dissoziation. Dies ist eine Schutzstrategie, um Energie zu sparen und das Überleben zu sichern, wenn Flucht oder Kampf nicht mehr möglich sind. "Schmerzfrei sterben" beschreibt die Körperreaktion am besten. Früher wurde sie "Freeze" genannt, aber das ist wieder ein irreführender Oberbegriff, weil wir uns mitunter sogar bewegen können. Taubheit stellt sich ein. Stell es dir vor, wenn du einen Unfall hast, spürst du keinen Schmerzen. 

Kritisch werden beide Notfallprogramme  erst, wenn die Reizung eines Stranges chronisch und dauerhaft ist. Wenn ein Mensch zB unter chronischem Stress leidet – sei es durch eine dauerhafte Aktivierung des sympathischen oder des dorsalen Stranges –, versucht das System irgendwann, eine Art Not-Balance zu finden, um trotz der Belastung irgendwie zu funktionieren. Das bedeutet, dass der ventrale Vagus (der parasympathische Strang) teilweise wieder aktiv wird, obwohl die Stressreaktion (Sympathikus oder Dorsal) weiterhin läuft. Das führt jedoch zu einem Zustand von Dysregulation.

Typische Symptome sind: Erhöhte Herzfrequenz, hohe Muskelanspannung, schnelle Atmung, Verdauungsprobleme (weil der ventrale Vagus unterdrückt wird). Langfristig wird der Körper erschöpft, weil er so viel Energie verbraucht.

Wenn die Belastung zu groß wird, geht der Körper gleichzeitig in den Shutdown-Modus (dorsaler Vagus): Energiesparmodus, Dissoziation, emotionale Taubheit. Dies kann sich anfühlen wie Erschöpfung, Ohnmacht, Depression oder das Gefühl, "abgeschaltet" zu sein. Es kann auch zu symptomatischen Mischzuständen kommen, z. B.: Der Körper ist angespannt, aber gleichzeitig erschöpft. Es gibt Schlafprobleme: Der Körper kann nicht vollständig abschalten. Verdauung funktioniert „ein bisschen“, aber nicht optimal. Gefühle sind flach oder widersprüchlich (z. B. Angst und Taubheit zugleich).

Das ist eine Überlebensstrategie, aber keine optimale Regulation. Ziel ist es, dass wir den Parasympathischen Vagus wieder stärken, damit der Körper in den Sicherheitsmodus zurückfinden kann.


Wer hier tiefer einsteigen möchte,
dem empfehle ich diese drei Bücher von Spezialisten


 

Warum Schütteln?

Ja, Schütteln gilt tatsächlich als eine der ältesten und ursprünglichsten Heilmethoden für das Nervensystem, und es passt wunderbar in den Kontext der natürlichen Selbstregulation des Körpers.  Schütteln ist eine intuitive Reaktion des Körpers auf Stress und Trauma, und wir finden sie sowohl bei Tieren als auch beim Menschen. Es ist ein natürlicher Mechanismus, um Spannung zu lösen und das Nervensystem zu regulieren. Der menschliche Körper hat beeindruckende 100.000 Kilometer NervenbahnenDas ist etwa die 2,5-fache Länge des Erdumfangs. Dieses Nervensystem liebt die Bewegung. Das Schütteln. Nachdem wir 5 Minuten den ganzen Körper vom Kopf bis in die Füße geschüttelt haben, fühlst du in dir ein Ganzkörperglitzern oder Prickeln und eine klare Wachheit. Diese instinktive Bewegung des Nervensystems ist wie ein zitterndes Reh, ein sich schüttelnder Hund, der Kolibri schüttelt sich zb jeden Morgen eine Stunde seine Körperfunktionen an, weil er jede Nacht extrem stark runterfährt. Wir haben das alle schon bei Tieren gesehen. Das Schütteln hilft dem Nervensystem, dass es sich aus einem Kollaps(Erstarrungsmodus) oder aus dem Hyperstress des Sympathikus heraus in den parasympathischen Vagus-Modus bringt, also in ein Gefühl von Sicherheit und Entspannung. Das Schütteln löst muskuläre Verspannungen und reguliert angestaute emotionale überschüssige Energie: Bei Stress, Angst. Trauma speichert der Körper als Energie in Muskeln und Gewebe. Das Schütteln hilft, dass diese Energie sich wieder freisetzt und der Körper findet in den Ruhezustand. Die rhythmischen Bewegungen beim Schütteln fördern die Durchblutung, was die Sauerstoffversorgung im Körper erhöht und zur Entgiftung beiträgt. Das Nervensystem kann sich neu kalibrieren. Der Körper lernt, wie er schneller von Stress in Entspannung umschaltet.

Interessanterweise spielt Schütteln auch in schamanischen Ritualen eine große Rolle – oft kombiniert mit Tanz, Gesang und rhythmischen Bewegungen, um Heilung zu fördern und in einen Trancezustand zu gelangen. 

 

Wer richtig, richtig viel darüber lernen möchte, der geht am besten zu Ilan Stephani, meine Lehrerin. Denn sie hat einen "Kalis Kuss Online Salon", wie einen großen Selbsthilfetool-Werkzeugkasten, aufgebaut -> unfassbar tief und vielschichtig. Und mit vielen, vielen Inputs und Anleitungen: Sie ist die Beste auf diesem Gebiet! 

Hier findest du alles: https://ilanstephani.com/de/willkommen/ 

 

 





 






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