Donnerstag, 1. Dezember 2016

24 Tage auf der Suche nach der Liebe

Hier, jeden Tag auf diesem Blog oder parallel auf Facebook: Wir haben jetzt 24 Tage Zeit bis Weihnachten oder wegen meiner 21 bis zur Wintersonnenwende. Es ist die Zeit, wo wir noch einmal tief eintauchen in die Dunkelheit. Loslassen und Abschied nehmen. Bis das Sonnenlicht wieder wächst, das neue Licht geboren ist. (Meine täglichen Posts der einzelnen Tage stehen weiter unten.)

Doch was suchen wir in der Dunkelheit? Was finden wir in unseren Höllen??? In den Schatten und verschlossenen Kellern? Was lassen wir los?

Wir lassen die Vorstellung los, dass wir da unten sterben würden in der Dunkelheit. Dass wir es nicht ertragen würden oder da Dämonen oder Menschenfresser warten. Das alles sind Illusionen. Auch wenn sie noch so real erscheinen und so unglaublich reale Gefühle in uns erzeugen. Niemand, der nicht da war, wird es mir glauben. Diese, wie viele Erfahrungen, muss jeder selber machen und darf sich dabei jede Hilfe nehmen. Unbegingt. Dafür gibt es diese viele Therapeuten, Schamanen und Heiler, die den Weg schon kennen und einen begleiten. Die helfen auf dem Weg sich wieder fest mit seiner Liebe und dem Potential zu verknüpfen.
Was also finden wir stattdessen in uns, wenn wir hinter diese Illusionen schauen? Wir finden tiefste Liebe, hellstes Licht, Perlen und Verbundenheit hinter den vorhängen der Illusion. Und um Vertrauen zu finden, dürfen wir uns parallel mit der Liebe in uns verbinden, sie bewußt suchen und fokussieren. Dieser Weg lohnt sich, egal, was wir erlebt haben, es lohnt sich sooo so sehr.Wenn wir wissen, wo wir schon Liebe erfahren haben, wenn wir wissen, wo die Liebe in uns schlummert, wo wir sie abgeschnitten haben in uns und es Zeit wird diese Leitung wieder zu verbinden - wenn wir all diese Stellen wieder finden, dann tanken wir - dann laden wir uns auf mit Liebe - und das ist eine bleibende Energiequelle, die niemals aufhört zu nähren - also schließen wir uns an die Liebe an. Auch wenn nebenher Stürme in uns toben oder ganz schlimme Zeiten sind, ist es wichtig, wie tägliches Essen, die Liebe bewußt in uns zu suchen und zu aktivieren. Heute, wo das erste Türchen aufgemacht wird - das Herztürchen und wir alle - hoffentlich - ein großes Stück Schokolade zum Herzöffnen essen - ist genau der richtige Moment um in sich eine alte Liebe zu wecken. Jede Liebe nach Außen spiegelt die Liebe zu uns selber. Und auf die kommt es an. Finden wir die Liebe in uns, unsere größte Nahrungsquelle.

Ich möchte einladen mit mir in den nächsten 24 Tagen nach Liebe zu forschen in uns. Jeden Tag, in den verlegensten Winkeln Liebe suchen und sie ans Tageslicht bringen. Alte verlorengegangen Freunde, die guten Gesten und Absichten, die dahinter lagen, in uns und vielleicht auch bei dem ein oder anderem der richtig SCheiße zu uns war. Versuchen wirs doch. Speaking Out verbindet, vielleicht mag der ein oder andere von euch auch seine Geschichten, die er findet hier mit mir und uns teilen. Seid willkommen. Auf der Suche nach der Liebe.

Es ist nun Zeit das wir 24 Tage lang die Liebe in uns suchen und sie hervorholen, damit dann am 21. das Licht wieder geboren werden kann. 24 Tage und jeden Tag einen neue Liebesgeschichte, die sich wie ein Wunder aus der Dunkelheit emporschlängelt. Los, wer macht mir? Wo versteckt sich in eurem Leben Liebe, die sichtbar werden möchte?
Foto: Julia Windt, 2016

Tag 1:  Die beste Freundin
Als ich mein Bad heute morgen putzte, reinigte ich auch einen Ganescha, den ich von meiner geliebten Freundin Lisa bekam. Wir teilten lange Jahre unsere Freuden und Prozesse miteinander und meine Wohnung ist nach wie vor voll mit Kunst von ihr. Oft übersehe ich sie, aber an Tagen wir heute, kann ich sie fühlen, diese Liebe, diese Hinwendung, diese Treue, dieses ich bin trotzdem bei dir. Sie war da, als mich mein Mann schlug. Sie hat mich versorgt, getröstet und zugesehen wie ich wieder zurück ging. Sie hat mir und meinem Weg selbst in den schlechtesten Zeiten komplett vertraut. Es gab Zeiten, da haben wir uns kaum gesehen und Zeiten da waren wir viel zusammen und dann gab es einen Streit und der ist jetzt bestimmt schon 10 Jahre her. Ich weiß nicht, wie es ihr geht und was sie gerade macht. Ich habe heute morgen nach ein paar Stunden Recherche und Telefonaten ihre Emailadresse bekommen und hab ihr geschrieben. Kann sein, dass sie mich nicht sehen will. Aber ich kann in mir diese Liebe aktivieren und ihr senden. Und es gibt viele beste Freundinnen in meinem Leben, die ich verlassen habe, die mich verließen, mit der die Wege langsam auseinandergingen oder im Sturm. Es ist eine richtige Schwesternschaft, wenn ich es mir genau überlege. Claudi, Nicole, Juli, Hilli, Julia, selbst Heidi, Silvia, Jenni (ich geh gerade im Geiste meine ganze Kindheit durch) Ursula, Annette, Natascha, Barbara, Kerstin, Sigune, noch eine Barbara und noch eine, Ralf und noch ein Ralf und Martin, Vera, Wolfram, Irenchen, Gabi, Ellen, Christine, Caro, Kate, Frauke, Nina, Susanne, Sam, Miri, Marion, Birgit, Almut - mein Gott - und ich hab bestimmt noch welche vergessen - wieviele meiner Schwesternshaft angehören - manche sind noch da und andere eben nicht. Es gibt Frauen und Männer - früher nur Frauen, heute ist das gemischt. Wenn ich die alle um mich aufstelle, auch die, mit denen ich im Sturm auseinander ging, denn unter all dem Gezanke oder dem Bestehen auf Missverständnissen, der Ent-täuschungist oder oder, ist Liebe - wenn ich die also alle um mich aufstelle, dann bin ich umgeben mit einer ganzen Horde bester Freundinnen. Stelle ich mir das in meiner Matrix vor, jede Freundin (tut mir leid, Jungs, dass ich euch hier Genderunkorrekt mitverallgemeinere - so geht es uns Frauen immer wieder) also, stell ich mir diese Menschen als Liebeskugeln um mich vor, (meine sind golden!) , verbunden mit mir durch Adern, die an mir andocken und mich mit Nahrung versorgen (bei mir fließt dann goldenes Licht in ich hinein), dann sehe ich, wie gut verbunden ich bin, wie versorgt. Dieses Versorgungsnetz existiert um uns, wie auch immer es aussieht, um jeden und wir können es aktivieren. Und ich tue das heute morgen. Ich lasse die Liebe fließen von all diesen Menschen und hin zu all diesen Menschen - da ist ein sicheres Feld um uns.  Aktivieren wir es. Das ist mein guter erster Schritt heute am 1. Dezember, 24 Tage vor Weihnachten. AHO

Tag 2: Meine Träume
Tief in mir, zwischen meinen Kritikern, meiner Feigheit und der Treue gegenüber der Looserin in mir gibt es Träume, die so groß sind, dass sie unvorstellbar für dieses Leben erscheinen. Nicht nach all dem, was ich schon in den Sand gesetzt habe, verloren habe oder richtig verkackt hab. Doch sie sind immer noch da, meine Träume. Sie sind mir so treu und flackern immer wieder auf. Sie machen mir Hoffnung und ziehen mich voran. Ich liebe meine Träume! Andreas hat mal gesagt, ich schulde meinen Träumen mein Leben. Dieser Satz hat mich immer tief berührt. Meine Träume sind es, die voller Liebe sind. Sie sind bunt, tanzend, wild, frei. Ich rieche diese schöne Welt. Der Wind weht mir um die Nase. Ich sehe die Natur: Wiesen, Wälder, Seen, Meere. Ich liebe Menschen, ich lache und ja, das schönste ist, ich bin frei. Ja. Frei sein, innerlich unbelastet, leicht, strahlend. Ich kann es in mir spüren. Alle glücklichen Momente meines Lebens spiegeln sich darin und sind potentiert. Da gibt es eine Mann an meiner Seite. In meinen Träumen reise ich. In meinen Träumen wohne ich mit all meinen Freunden und meiner Familie zusammen und wir feiern Feste, selbst das morgendliche Frühstück ist ein Fest. Ich tanze und habe Kraft ohne Ende. Ja, freie, freudige Kraft ist es, die mich durchflutet. In meinen Träumen ist so viel Liebe und wenn ich an sie denke, durchflutet mich dieses Gefühl. 
Heute nehme meine Kritikerin, meinen Feigheit und meine Looserin liebevoll in den Arm und wir schauen uns gemeinsam meine Träume an und ich lasse uns alle von Liebe fluten. Denn diese Träume zeigen jedem von uns, zu war er fähig ist. Sie zeigen, was unser Geburtsrecht ist: glücklich sein. Sie waren ein Motor in meiner Therapiezeit, weil ich immer dachte: das was bisher war, kann nicht alles gewesen sein. Ich will mehr und ich weiß, das das geht. Für jeden von uns. Lassen wir uns heute fluten von der Liebe unserer Träume. Aho

Tag 3: Es ist nie zu spät eine schöne Kindheit gehabt zu haben.
Da kringelt sich bei mir immer noch was zusammen. Obwohl ich schon soweit gegangen bin, gibt es noch so viele Stellen in mir, wo ich den Ritter meiner Unverzeihlichkeit in mir stehen sehe, der keinen Schritt zur Seite weichen will. Niemals, nie, für nichts in der Welt. 
Aber eines habe ich sehr bewußt und befreiend erlebt: die Liebe meines Vaters zu mir. Bis vor ein paar Jahren dachte ich, ich sei ziemlich vaterlos aufgewachsen. Ich hatte kein Gefühl in mir für ihn. Er war da, aber irgendwie war er nie da gewesen. Es gab vereinzelte Momente, wie eine gemeinsame Reise mit Anfang zwanzig bei der ich sein Kompliment "Du kannst ja doch richtig nett sein" als total Beleidigung auffasste und mich noch mehr von ihm distanzierte. Ich war meine ganze Pubertät wütend auf ihn gewesen und hab ihn das auch lautstark spüren lassen. Ich war richtig krass wütend auf ihn in dieser Zeit - ja, auch mit recht, wie konnten sie mich so lange alleine lassen mit diesem Trauma, doch er hat alles abbekommen. Heute, nach zwei pubertieren Töchtern - und die waren beide niemals lautstark. Lediglich ihren eigenen Weg suchend mit sich beschäftigt - weiß ich, wie schwer der Abschied von einem Kind fällt und wie weh es tun kann, wenn man die Reaktionen eines Kindes persönlich nimmt.
Mein Vater und ich haben uns irgendwann angefangen zu ignorieren soweit das ging. Da war einfach eine Leerstelle in mir über 30 Jahre lang, mit immer wieder aufflackernden Streiten, die unser beider Verzweiflung zeigten. Völlige Dissoziation von der Wahrheit.
Während meiner Therapien begann ich mich auch in die Gegenseiten einzufühlen, weil ich genau wissen wollte, wie es ihnen wohl ergangen war. Ich wollte alles emotional verstehen. Ich wußte, dass war der einzige Weg, wie ich wirklichen Frieden finden konnte. Indem ich emotional verstand, was passiert war. Warum wer wie gehandelt hatte. Dafür bedarf es kein Gespräch, wir haben all dieses Wissen in uns. Ich habe es über Aufstelllungen und innere Reisen gefunden.  
An einer Stelle viel es mir wie Schuppen von den Augen: Ich hatte meinen Vater systemisch bei jedem Streit vor meiner Mutter beschützt. Ja, wie blöd, dass ein kleines Mädchen dazwischen geraten kann. Welche Not war da in der Familie vorhanden, dass es soweit kam. Als ich in einer solchen Situation mich in meinen Vater versetzte, konnte ich plötzlich seine tiefe Verletzung spüren. Er hatte das persönlich genommen, wie menschlich und es hatte sein Herz gebrochen, dass seine liebste, süße Tochter, mit der er die ganze Jahre lang so viel Ausflüge, Spiele und Zeit verbracht hatte, ihm in den Rücken fiel. Ich war acht oder neun und ich spielte mich während ihrer Streite auf wie ein lautstarker Ritter meiner Mutter. Ich konnte fühlen, wie es mir ergangen wäre an seiner Stelle und plötzlich verstand ich all seine Reaktionen - sie waren nicht aus Lieblosigkeit, sondern aus Liebe und Missverständnis entstanden. WOW Das drehte alles um. Plötzlich begriff ich, wie groß seine Liebe zu mir war, denn er war es, der mich besuchte, wenn ich im Krankenhaus lag oder der kam und meinen Hund versorgte, weil ich keine Zeit hatte. Er baute mein erstes Hochbett und später mein Ehebett, war bei jedem Umzug da und wie oft hatten wir gemeinsam im Auto gesessen und er hatte mir zugehört. Und das trotzdem, dennoch und immer wieder. Ich kann mich so gut an den Augenblick erinnern, als ich begriff, wie sehr er mich liebte. Wie sehr er uns alle liebte. Und auf seine Weise tat, was ihm möglich war. Mich flutete eine riesen Welle Liebe, die ich beleidigt und trotzig all die Jahre zurückgehalten hatte. Ich lag auf meinem Bett, was er gebaut hatte und weinte viele Stunden um die vielen vielen verlorengegangenen Momente zwischen uns und ich ließ die Liebe rein, seine Vaterliebe. Ich war seine erste Tochter und er hatte sich hingebeungsvoll um mich gekümmert. So viele Zoo, Wald und Schwimmbadbesuche mit ihm. Es trudelten, mit der einfließenden Liebe, auch alle Bilder wieder herein. Ich sah uns lachen und spielen, im Sand buddeln, Hütten bauen und malen, Steine sammeln. Er las mir jeden Abend bis ich zwölf war eine Geschichte vor, saß da auf seinem Stuhl und las bis ich eingeschlafen war. Es war ein Tsunamie an Liebe, der mich füllte und der seit dem immer mehr wächst.Ich verstand was es bedeutete, dass es nie zu spät ist eine glückliche Kindheit gehabt zu haben.
Ich habe keine Worte dafür, wie dankbar ich bin, dass ich diese Erfarung machen durfte, dass ich wiederentdecken konnte, wie sehr mein Vater mich liebt. Und ich war zuvor 100% überzeugt davon, dass mein Vater mich nicht lieben würde. Und ich hatte ein komplettes Konstrukt handfester Beweise darum gebaut. Unumstößlich.
Es war nicht die Wahrheit an der ich mich so lange festgeklammerte. Es war eine Überlebensstrategie, mit der ich alles auf meinen Vater projezieren konnte, was mir geschene war. Und er hat das alles getragen, damit ich überleben konnte. Was für ein Dienst. Welch große Liebe.
Heute weiß ich, dass Eltern immer lieben und dass sich über diese Liebe viele Missverständnisse, Mauern und  alte Schutthalden der ehemaligen Kriegsschauplätze befinden. Es lohnt sich zu graben und sich mit seinen Liebeserfahrungen in die andere Seite zu versetzen.  Es lohnt sich seine eigenen Konstrukte von Realität hier und da mal zu hinterfragen.
Ich bin so unendlich dankbar für diese glücklichen Erfahrungen meiner Kindheit. Ich habe einen wundervollen liebevollen Vater, kreativ und zupackend und lustig. Er war Drogenberatungslehrer und hat an seiner Schule die alten Gipstheaterstücke mit den Schülern inzseniert. Und obwohl pensioniert unterrichtet er immer noch - jetzt die Flüchtlinge. Er ist der emanzipierteste Mann, den ich kenne. Hat immer gekocht und geputz und sich alles mit meiner Ma geteilt. Und ich rede von den 70ern als er das schon gemacht hat, wa sheute normal ist.
Er war es, der mich zurückgeholt hat in die Familie und mir erklärt hat, warum Mama so war, wie sie war und ich spürte seine endlose Liebe meiner Mutter gegenüber. Treu und hingebungsvoll. Beschützend. Und ich weiß, dass es viele viele Momente zwischen den beiden gab, wo ich bestimmt abgehaun wäre - er blieb immer da. Gestern haben die beiden ihren 49 Hochzeitstag gefeiert und er hat ihr eine voll süße silberne Herzkette geschenkt. Mein Papa. Ich liebe dich über alles. 
Ich habe nach 30 Jahren einen Teil glückliche Kindheit zurück bekommen. Es ist nie zu spät eine glückliche Kindheit gehabt zu haben. Das ist Goldgräbertum, sich an diesen Stellen auf die Suche zu machen! 
Ich mache heute mein Herz auf für noch mehr Stellen, an denen Liebe schlummert. Möge sie in mich fließen und jeden, der es wagt, sein Herz aufzumachen. Auch wenn dann die alten Konstrukte zusammen brechen und sich das Leben neu sortiert. Es ist nie zu spät eine glückliche Kindheit gehabt zu haben. AHO 


Tag 4: Meine Heldin Nana
Gestern schrieb mir eine Freundin ihre Geschichte. Ich wusste sie nicht, ihre Geschichte, und ich war tief berührt. Von ihrer Offenheit, ihrem Mut und dem Kompliment, dass sie ihre Geschichte mit mir teilt. Es war, als ob ich ein großes Geschenk bekäme voller Liebe.

Ich saß da, wie schon auf dem Kongress MitSprache, auf dem ich die Geschichten von so vielen Überlebenden erzählt bekam. Ich war völlig überwältigt von ihr, weil ich ihre Stärke, ihre Kreativität sehe – und sie hatte all das überlebt. Sie schafft es zu leben, sie schafft es zu heilen, sie schafft es kreativ zu sein. Sie schafft es. Ich war so stolz für sie, so überwältigt von ihrem Weg. Wie hatte sie das bloß überlebt? Wie kann ein Mensch solches Leid überleben in so jungen Jahren? Wie kann er dieses allein gelassen sein überleben? Wie kann ein Kind das alles alleine stemmen??? Ich begreif das nicht und staune wirklich mit offenem Mund darüber, wie stark wir Menschen sind. Wie unglaublich kraftvoll ein Lebenswille sein kann. Wie kraftvoll Hoffnung, Spaß und Lust am Leben sind. Wie kraftvoll ei trotzdem und dennoch sind. Wie stark die Liebe ist. Das ist wie ein Wunder. Ja, es ist ein Wunder, dass sich ein Mensch aus krassen Traumasituation befreien kann und zu einem glücklichen Menschen transformiert. Das sind Heldengeschichten, wahre, tiefe Heldengeschichten, mit unglaublichen Kämpfen und Hürden und tiefster Verzweifelung, die dann tatsächlich im Licht enden – die ein Happy End bekommen. Kein Hollywoodstreifen würde sich diese Geschichten wagen – sie sind so krass, dass wir sie nicht glauben würden, aber es sind viele. Wir sind viele. Und sie enden auf eine Weise so gut, wie es niemand ausdenken könnte. Sie enden in Wahrheit, in bedingungsloser Liebe, in einem weichen und schönen Weg. Auf diesem Weg erleben Traumapatienten oft eine Läuterung, wie es über die heiligen Erleuchteten in Indien beschrieben wird. Sie gehen in die Höhle, oft jahrelang und meditieren auf ihre Weise und sie kommen an, auf ihre Weise. Vielleicht ist das die wahre Erleuchtung, die Menschen erlangen können. Ich kenne viele solcher Heldinnen und Heldengeschichten von Überlebenden, kraftvollste Männer und Frauen und ich ziehe meinen Hut vor jedem. Ich danke all den Überlebenden, dass sie soviel Liebe in die Welt bringen, in sich tragen – dass sie überlebt haben und mit ihrem Überleben Zeugnis dieser Liebe sind.

Und ich ziehe meinen Hut vor mir selber. Ich stehe hier und habe überlebt, habe mich transformiert, geheilt und bin glücklich. Ich bin einen solchen Heldinnenweg gegangen und ich bin stolz auf mich. Ich habe ein Wunder vollbracht, an das ich selber nicht geglaubt habe.


Ich möchte heute diese Liebe anerkennen in mir, die mich hat immer weiter gehen lassen, die mich gehalten hat, die mich immer hat hoffen lassen... ich mache die Tür auf für diese Liebe. AHO
 

Tag 5: Wie die Kinder im Hier und Jetzt

Vor sechs Monaten hat meine Tochter uns allen eine Enkelin geschenkt, also sie und ihr Mann natürlich. Ich wusste schon, wie beglückend eigene Kinder sind. Ich begleite ja meine zwei Töchter auf ihrem Weg zu er-wachsen. Doch ich war nicht darauf vorbereitet das Glück Oma zu sein so hautnah zu erleben. Also überhaupt, ein nicht eigenes Baby so hautnah zu erleben. Ich passe mehrmals die Woche auf meine Enkelin auf. Und ich erlebe das ganz anders, als früher. Vielleicht weil ich ruhiger bin, vielleicht, weil ich mir nicht die Nächte um die Ohren schlage oder weil ich nicht parallel, wenn ich sie hüte den Haushalt oder Büroarbeit erledigen muss oder  vielleicht weil ich jetzt hinschauen kann? Keine Ahnung – aber die Zeit mit ihr ist die tiefste Heilung, die ich jemals erlebte. Oder besser gesagt, es ist Heilung angewendet. Sie bringt mir in so großem Maße bei im Hier und Jetzt zu sein, anwesend, da, in voller Konzentration. Sie spiegelt das Wohlergehen meines inneren Kindes exakt wieder. Dissoziiere ich, quittiert sie mir das sofort mit Schreien. Sehe ich sie, also wirklich sie, lacht sie sofort und erzählt mir glücklich brabbelnd was. Dieses Kind zu beobachten ist die größte Lektion, die ich bekomme. Kein Guru könnte mich tiefer lehren als dieses Kind es tut. Wie sie isst mit voller Hingabe, völlig da im Essen und erfahren ihrer Geschmacksnerven, des Hungrig und Sättigkeitsgefühles. So glücklich über Essen und sobald sie satt ist, vorbei. Wie sie etwas erreichen will und es nicht schafft, weil sie noch nicht krabbeln kann, aber sich bemüht und sich streckt und es wieder und wieder versucht. Und wie sie sauer darüber wird, wenn es nicht klappt und wie wertlos das Ziel – etwas zu bekommen, ist – sofort wirft sie es wieder weg – der Weg ist das Ziel. Wie sie sich ihren körperlichen Gefühlen hingibt. Wenn ihr Darm arbeitet, ist sie komplett damit beschäftigt und tut das lautstark kund. Jede Sekunde beobachte ich eine neue Dimension des Hier und Jetzt an ihr. Ein Schmerz ist direkt da und sofort wird er mit Weinen oder Quängeln verarbeitet. Quängeln ist wie reinigen der Seele, damit nichts dableibt. Wie blöd ist das, wenn wir Er-wachsenen sie daran hindern zu quängeln oder sie in ihr Zimmer schicken, wenn sie wütend sind. Ist ein Schmerz durchgeweint, können Kinder sofort wieder lachen. Wir wissen das alle, doch übersehen wir sooft die naheliegensten Lehrer. Die Kinder!

Was ich durch dieses Baby begreife ist, wir bekommen nicht umsonst Kinder, sondern jedes Kind spiegelt unsere inneren Kinder und wir haben, wenn wir uns um sie kümmern, sie lieben und versorgen und mit ihnen sind, größte Chancen selber dabei zu heilen, weil wir parallel, indem wir uns um ein Kind kümmern, heilen wir unser inneres Kind.

Und da ist ein großer Bedarf in unserer Gesellschaft. All die angeblichen ADHS Kinder, die uns spiegeln – unsere Getriebenheit und den Leistungsdruck. Und wie treu sie uns solange spiegeln bis wir Er-wachsenen  anhalten und sie sehen als was sie sind, unsere Engel.

Ich begreife sosehr die indogene Idee, die hinter allem bei ihnen steht: Kinder sind heilig. Nicht Mutter Erde, nicht Vater Himmel, oder Gott, die Gurus oder irgendwelche Helden, die heilig gesprochen werden, Kinder sind heilig. Schauen wir hin, entdecken wir mit ihnen aktiv die Liebe zum Hier und Jetzt. Heiligen wir unsere Kinder, dann heilen wir. Ich mag die Tür meiner Liebe aufmachen für alle Kinder dieser Welt. Danke, dass ihr da seid, euch zeigt, uns spiegelt. Mögen wir Er-wachsene anhalten in unserem wirbeligen Alltag und hinsehen. Mögen wir unsere Liebe und Dankbarkeit für jedes Kind das uns begegnet wieder öffnen. Mögen wir Er-wachsene endlich begreifen, dass nicht der äußere Erfolg zählt, sondern wie heile wir unsere inneren Kinder nachwachsen und heilen lassen und wie wir damit unsere äußeren Kinder beglücken und befreien. Heyhey, ihr Kinder, ich liebe euch. AHO



P.S. ich habe gerade eine Email von meiner Freundin Lisa (Tag 1) bekommen und sitze hier weinend. Auch meine Freundin Claudi hat sich zurückgemeldet und wir haben uns von der Zeit erzählt in der wir uns nicht gesehen haben. So wundervoll. Liebe geht nie, sie ist immer da, maximal verschüttet, abgetrennt, aber sie bleibt da und es ist ein Wunder, wenn sie sich plötzlich wieder aktiviert und einen flutet. Mehr davon bitte, genau dafür möchte ich gehen in diese noch 19 Tagen bis Weihnachten. AHO
 

Tag 6: Activism Is Possible // von Grenzen und Liebe

Wir wirken. Standing Rock, Österreich. Macht euch das bitte klar. Ich habe gestern das Zittern der Imagozellen dieser Erde gespürt. Der Wechsel ist möglich, wenn wir alle weiter und noch mehr lieben. Gewaltfreier Widerstand, Beten, Lieben. Das tiefe und feste Wissen, dass die Liebe immer siegen wird und das es jetzt soweit ist, machte sich gestern in mir breit. Die Erde sendet liebe und wir unterstützen sie mit unserem Wirken in der Liebe. Standing Rock oder auch Gandhi haben es uns vorgemacht. Egal, welch Aggressionen von Außen kommen, egal wie sehr wir angegriffen werden, es ist unsere Entscheidung in der Liebe zu bleiben und unsere eigenen Grenzen zu wahren. Hier sind wir, wir stehen gerade mit erhobenem Haupt und wir bleiben in der Liebe und bleiben stehen und weichen nicht von der Stelle, dann verändern wir die Welt. Unsere kleine Welt oder und die da draußen. Mit jeder Entscheidung nicht in einen Streit einzusteigen, nicht in eine Diskussion wo wir um Rechthaben streiten mitzumischen, sondern stoisch bei der Liebe und unserer Größe bleiben, und wenn wir da bleiben, sichtbar da bleiben, verändern wir das komplette System. Wir wirken. AHO



Ich bekam letztens einen Brief in dem mir jemand vorwarf, ich würde seine Grenzen übertreten, wäre übergriffig. Ich hatte die Situation sehr genau angesehen. Ich war in Liebe. Derjenige balancierte an seinen Grenzen, hatte genau da seine tiefsten Kindheitstraumen, wo er gerade rumturnte – ich hatte sie berührt, einfach durch mein Sein. Ich konnte weder die Tiefe seiner Wunden noch die eingeübte Überlebensstrategie desjenigen ahnen. Was hätte ich aber auch anders machen sollen, hätte ich sie geahnt – mich in Luft auflösen? – das hätte geholfen, aber ich war nun mal da, derjenige hatte meine Nähe gesucht – und nun??? Er wollte seine Wunde nicht ansehen und projektierte alles auf mich und mein Sein, was ihn angetriggerte – ok. In seinen Augen war ich Schuld, sollte mich anders verhalten und zwar so, dass es ihn nicht antriggerte - aber das ging nicht, dann hätte ich mich verraten. Ich atmete tief durch und schaute wieder hin. Mir war klar, dass hier eine riesen Lektion, besser Chance auf mich wartete, also schaute ich wieder hin. Früher hätte ich denjenigen zurück angeschrien, wie ungerecht er wäre, mir die Schuld zu geben. Wir hätten uns verstrickt in Rechthaberei, wer nun Schuld ist. Gewonnen hätte den Krieg der der die besten Argumente aussprechen kann, aber nicht die Wahrheit. Und es wäre Krieg gewesen und nicht Liebe. Ich verstand auf Grund seiner Geschichte, der Tiefe seines Schmerzens, dass er so ausflippte. Puh, hätte ich das erlebt, was er erlebt hatte - wäre mir jemand an seiner Stelle begegnet, der so ist wie ich, oh, dass hätte mich auch wahnsinnig gemacht. Ich schaffte es in der Situation es nicht persönlich zu nehmen. Ich konnte ihn weiterlieben, obwohl er mich anschrie. Ich begriff, dass wir mit unserem Körpern, Emotionalkörpern und Auren und allem drum herum, in denen offene Wunden liegen, Stacheln herausschauen, die bei Berührung mega weh tun – damit laufen wir in der Welt umherlaufen, damit begegnen wir Menschen. Und manche von denen, denen wir begegnen, haben einfach genau (eigentlich würde ich gerne Schlüssel sagen...) (Finger, der in die Wunde passt... aber auch dann ist schon wieder einer Schuld...) wir, jeder von uns besitzt für den ein oder anderen genau den Trigger, den er „braucht“ damit seine Wunde sich mal wieder bemerkbar machen kann. 

Ich konnte nicht helfen. Oder vielleicht habe ich geholfen ohne es zu merken. Ich saß noch viele Tage da und sah viele, viele Situationen an meinem inneren Auge vorbei ziehen, bei denen ich an seiner Stelle war und tausenden anderen Menschen die Schuld an meinen Schmerzen gab – wow, wie oft hatte ich andere beschuldigt und beschimpft und war mir sicher, dass es ihr Verhalten war, was mir diesen Schmerz zufügte – wie oft habe ich nicht überprüft, welche meiner alten Wunden sich gerade bemerkbar macht. Dieses erste bewusste eine Mal, dieses im wahrsten Sinne des Wortes aus-einander-setzen hat mir die Augen geputzt. Ich konnte so in der Liebe bleiben und war hundsmäßig traurig, dass ich einfach nur gehen konnte – das dieses Ausflippen das einzige war, was ihm half, bzw, dass einzige was half, war, dass ich nicht mehr da bin. Ja, es hätte geholfen, wenn er seine Wunde heilen würde, doch es hat seinen Grund, wenn das nicht geht – wenn das noch nicht dran ist. Das sind die Augenblicke in denen wir uns trennen. Und ja, sie sind hundsmäßig traurig, weil zwei Menschen, die sich lieben und die vielleicht gut an allen Stellen harmonisieren, nur an der einen Wunde nicht – sich dennoch nicht mehr sehen. Ich blieb in der Liebe, trauerte und dann kam der oben genannte Brief – puh, ich verfluchte das Universum. Wie kann es denn sein, dass ich hier soooo gute Arbeit leiste und in der Liebe bleibe und sogar gehe und meine Trauer spüre – für diesen Menschen – und dann bekomme ich dennoch so einen blöden Doofbrief – oooh, da war es mir rausgerutscht... es war ein Kuhhandel, ich tat das alles nicht, der Liebe wegen, sondern weil ich von Außen gesehen werden wollte – Lob wollte, wie toll ich war, dass ich sooo gut in der Liebe blieben konnte. Da kam der Trigger für mich. Äh, wie unbequem. Ich hatte mich ertappt, durchschaut und konnte mich nur auf meinen Arsch setzen. Es gibt eben keine Situation die uns passiert, die nichts mit uns zu tun hat. Das ist Dein Problem existiert nicht, ist nur Augenwischerei um meine Unde nicht anzusehen. Was war also los? Ich spürte die Wut des kleinen Mädchens, was alles immer und immer wieder versucht hatte gut zu machen, für die da draußen. Ich hatte meine Klappe gehalten, mich nicht beschützt. Ich hatte an den wahren liebevolle Kern geglaubt, was ja auch richtig ist, doch ich hatte die Gleichzeitigkeit von Kern, von dem wahren Sein und dem verwirrten Verhalten von uns Menschen ausgeklammert. Wir sind nicht unser Verhalten. Wir sind gut im Kern und verhalten uns dennoch scheiße und bei aller spiritueller Liebe, hier bedarf es einer Grenze. Ich schaue zu den Standing Rocks – ja, sie haben eine Grenze gebaut, sie haben gesagt, hier nicht weiter. Ich hatte meine Grenze aufgelassen und eingeladen hereinzuspazieren. Ich hatte mich, wie sooft nicht getraut mich aufzurichten in meine volle Größe.

Ich hatte eingeladen zu solchem Brief, zu solch Projektion. Ich hatte mich bereit gestellt. Ich hatte meinen Grenze nicht behütet. Ich war liebevoll und nett, weil ich dachte, in Liebe sein hieße, immer ruhig, stetig lächelnd und die Kontenance wahren bedeutet Liebe-voll zu sein. OH KOTZ! Gelobt sein die Drachin! Gezündet ihre Kraft. Ich entschied mich neu. Nachdem ich erst mal ein paar Tage in der Projektion auf den Briefeschreiber rumgelaufen war  - was bildet der sich ein, mir zu sagen, ich wäre übergriffig, wenn einer so richtig übergriffig gewesen ist, dann er – und mein Kopf überschlug sich in Rechthabereien – dann erinnerte ich mich, dass ich vor dem Brief die gleiche Situation voller Liebe angeschaut hatte und sein Brief plötzlich alles drehte – stopp, dass konnte doch nicht sein. Ich ging zurück an den Punkt, wo ich mich umentschieden hatte, wo ich aus der Liebe gefallen war in die Wut. Ja, genau da fand ich eben das ungesehen, ungelobte Kind von damals, was alles aufgegeben hatte und nur Liebevoll tat, nicht war. Und warum tat das Kind das? Um denjenigen zu überzeugen, dass es so liebeswert ist, dass er doch bleibt. Das er erkennt, dass er sein Verhalten ändern soll, weil ich doch sooo liebenswert bin - doch Erfahrungsgemäß funktioniert dieser Kuhhandel nicht! Als Kind konnte ich nicht gehen, mich nicht beschützen, nicht eine anderen Form wählen mit den Menschen, deren Verhalten mich bedrohte – aber heute kann ich das. Und es wuchs das erste Mal in mir die klare Entscheidung, dass ich mit einem Menschen, der aus welchen Traumen auch immer, sich nicht mit sich konfrontieren möchte oder kann, sondern seine Schmerzen nach Außen ausagiert und anderen die Schuld gibt – da möchte ich nichts mit zu tun haben und gehe! Ich entscheide und ich will nicht. Ein völlig neues Gefühl. Ich beschütze mich selber und warte nicht darauf, dass es andere tun!

Das war also meine Lektion, meine Chance an der ganzen Sache: In Liebe sein, bedeutet auch, sich selber lieben, seine Größe lieben, aufstehen und zeigen wer wir wirklich sind. In voller Lebensgröße, mit all unseren Fähigkeiten, dem ganzem Wert – wir sind so wertvoll und wir dürfen uns schützen und gleichzeitig denjenigen lieben.

Und so gehe ich nun Schritt für Schritt all die Menschen durch, von denen ich dachte, sie hätten mir die Grenzen übertreten. Sehe, dass meine Grenzzäune nicht da waren, wo die Grenze ist, sondern verrückt nach Innen. Ich stelle die Grenzzäune neu auf und es passiert etwas erstaunliches: ich kann gerade diese Menschen dann lieben. Mit der Distanz, die ihnen gebührt. Ich brauch jemanden nicht sehen und kann ihn dennoch lieben. Das macht so viele alten Türen auf und soviel Liebe kann wieder fließen. AHO


Tag 7: Wirken ist lieben

Und das ist oft kein Handeln, sondern Sein. Wir wirken alle, viel viel mehr, als wir ahnen. Denkt nur daran, wie ein Satz eines anderen Menschen uns wochenlang aufwühlen kann oder ein anderer Satz Auslöser für einen ganze Lebensänderung ist. So wie diese Menschen auf uns gewirkt haben, wirken wir auf andere. Nur das wir es meist nicht wissen, wie wir wirken.  Mein größtes Dilemma war immer die Suche nach dem Raum in dem ich wirke. Nach meinem Platz in dieser Gesellschaft. Ich hab Bewerbungen über Bewerbungen geschrieben und nichts gefunden, wo ich glücklich war... Es gab eine Koppelung, die mir genaues Hinsehen verwehrte: Der Platz war an Geld gekoppelt. Dieser Verwirrung erliegen viele: Ein Platz hat nur Wert, wenn wir dort etwas oder am besten viel verdienen. Ein Beruf hat nur wert, wenn wir auch etwas Handfestes vorweisen können: Erfolge, Zahlen, Daten, am besten Zeitungsartikel und Auszeichnungen. Titel sind auch ein guter Beweis für die Richtigkeit eines Berufes. Eine Berufung hat nur wert, wenn wir all diese DINGE erfüllen? Stimmt das wirklich? Jagen wir uns nicht damit einfach nur durch die Gegend? Ist es nicht genau das, was die Frauenbewegung bei der Degradierung der Hausfrauenrolle meinte? Was ist das für ein Satz, „Wenn etwas nichts kostet, ist es nichts wert.“ Stimmt das wirklich? Und wollen wir das wirklich weiter füttern??? Weil man das im Coaching so lernt, machen wir das alle nach und eifern den 10 besten Businesstipps hinterher. Schaffen wir es mit diesem Anspruch wirklich unseren Raum auszufüllen? Der Raum, indem jeder von uns am besten mit seinen Fähigkeiten und ureigenster Kraft für die Welt Gutes tun kann?

Die klügste aller Coachfrauen, die mich jemals beriet, hat mir geholfen, diese beiden Sachen voneinander zu entkoppeln: meine Berufung und das Geld verdienen. Anstatt mit mir neue Todo-Listen zu entwerfen und meinen Druck zu erhöhen - das kennen wir alle zu genüge. Es ist ein Befreiungsschlag, der jeden Tag mehr Liebe in mir fließen lässt. Ein riesen Tor, was sich dadurch geöffnet hat. Und erstaunlicherweise kommt das Geld dennoch, nur ganz anders, als ich es dachte. Wie sooft.

Wo ist also mein Raum? Ich bin eine wundervolle Mutter und Oma. An dieser Stelle tue ich der Welt richtig gut. Ich bin eine hingebungsvolle Freundin für meine Freunde. Es beschämt mich, wenn ich jetzt zugebe, dass ich früher, als ich noch beides gekoppelt hatte, dachte, dies wäre wertlos, weil es meinen Kindern und Freunden nicht den Wert beimisst, den sie wert sind. Ich wirke und ich habe einen Raum, einen Platz in dieser Gesellschaft und der ist total wertvoll und zwar nicht, weil irgendwer dafür zahlt. Wann drehen wir alle unsere Werte wieder um und sehen wieder, wie wichtig jeder von uns für diese Gesellschaft ist und das hat nichts mit Geld, Image oder der Anzahl der Autos zu tun – jede Blase, Szene, Gruppe hat da seine eigenen Normen. In bestimmten Kreisen zählt man erst dann als toll, wenn Frau mehrere Männer hat. In anderen ist es eine volle Praxis oder die Anzahl von Piercings und Tattoos oder Modemarkenartikel – ist das wirklich so??? Gibt es überhaupt irgendeine Normen, die bestand hat – ich hab es sooft erlebt, dass eine Szene die Richtung wechselt und dann hecheln alle hinterher. Wann stellen wir dies alles endlich in Frage und kümmern uns stattdessen darum, was wir sind? Wann entwickeln wir, was wir können, was wir lieben, was wir Gutes für andere in Petto haben? Wann schenken wir wieder Zeit, Theaterbesuche oder Streicheleinheiten anstatt die Läden vor Weihnachten leer zu kaufen? Wann entwickeln wir, was wir für diese Gesellschaft mitgebracht haben, unsere liebsten Recourcen. Wann vertrauen wir dieser Welt? Denn wenn alle tun, was sie wollen, was sie können und wirklich tief lieben, dann wird es aufkommen - dann wird jeder Platz endlich besetzt sein - dann wird jeder Arbeit haben.

Ich hab ein tolles Selbsthilfetool für Traumapatienten entwickelt, was vor allem nichts kostet und was super hilft. Ist es deswegen nichts wert? Soll ich es deswegen einen Preis erfinden? Wird es dadurch wertvoller? Nein, ich würde nur mich wieder beteiligen an diesem Wahnsinn dieser Welt. Ich schreibe besonders gerne und mein Blog boomt – im letzten Monat haben über 10.000 Menschen meinen Blog gelesen, keine Ahnung wie viele es hier auf Facebook waren – ist es weniger wert, weil man nicht für den Blog nicht zahlt? Und ich liebe diese arbeit, das Schreiben, das in mir sortieren und mich fokussieren tut mir unendlich gut. Es fließt und macht Spaß – dass ist der Beweis, dass es richtig ist. Ich spüre an mir selber, wie schwer es ist seinen eigenen Wert, den Selbst-Wert, in sich zu be-greifen, ihn vor sich selber sichtbar zu machen. Abgekoppelt von Geldnormen und anderen Werteskalen. Und es ist sau schwer, dass eigene Wirken für sich selber sichtbar zu machen und stolz zu sein. Sich dafür zu loben. Wir sind alle daran gewöhnt der Idee des Egoismus zu entweichen und die Verwechselung mit Selbstliebe ist da so nah dran. Wir backen lieber kleine Brötchen als als Angeber dazustehen. Da ist Scham und Angst sich selber in seiner Größe anzusehen. Die Größe in den ganz kleinen Dingen.

Wirken ist Liebe. Wir leugnen unsere eigene Liebe. Wir selber sind es, solange wir mitspielen, die uns unseren Platz verwehren. Oder wir erhöhen uns, tun arrogant um die Mangellücken nicht ganz so deutlich zu zeigen. Dabei entstehen diese nur, wenn wir unsere wahren Recourcen vorher abschneiden und wir uns an der scheinbaren Welt der Normen messen.

Wir wirken. Und wenn wir das Wirken in der Familie, bei Freunden, im kleinen Kreis wieder schätzen, dann schließen wir uns an unsere eigene Liebesquelle an. Wirken ist Liebe und sie ist nicht abhängig von der Größe des Wirkens – das ist eine scheinbare Fatamorgana.

Wir dürfen anerkennen, dass wir für bestimmte Menschen wichtig sind und indem wir das vor uns anerkennen, öffnen wir unsere Liebestüren für uns. Ich habe meinen Platz schon seit über zwanzig Jahren und ich hab wie irre gesucht und hier an meinem Platz die Augen verschlossen. Hier und Jetzt ist unendlich viel Liebe. Wenn wir hinschauen, können wir unser Wirken erkennen, können wir unsere eigene Liebe spüren und uns nähren. Denn wir leuchten alle. Wir sind alle er-leuchtet. AHO
 
Tag 8: Liebe für den Vollfilm in uns.

What a day. So ist das wenn man live schreibt... heute morgen war mir nicht nach Liebe. Ich war getrieben, unkonzentriert und überhaupt nicht bei mir... ich bin dann mit meiner Freundin Cafe trinken gegangen. Wieder zu Hause saß ich hier, immer noch mit der Frage, worüber ich denn ich heute schreibe. Wo gibt es noch schwarze Löcher in mir, in denen Liebe versteckt ist? Löcher, die ich so gerne übersehe – und wupps, rief mein Exmann an. Und wupps war ich in einem uralten Film. Ich hätte heulen können, vor Wut darüber, dass mich dieses alte Thema so eiskalt erwischt. Und ich kam auf kein einziges meiner Selbsthilfetools, die ich jedem empfehle. Mein Kopf war leer gefegt und ich hatte ein Gefühlschaos im Kopf. Ich hatte keine Ahnung, was los wirklich los war. Erst ein zweiter Anruf von meinem besten Freund hat mich wachgerüttelt.... Genauso habe ich mich als kleines Mädchen gefühlt. Darum ging es. Es ging um Ohnmacht, um die Idee nichts ausrichten zu könne und der Willkür eines anderen, anscheinend mächtigerem Menschen ausgeliefert zu sein. Mein Exmann triggert doch nur und der einzige, der mich brauchte, war mein kleines Mädchen. Ich spürte eine ganze Palette Gefühle, auch Enttäuschung, dass mein kleines Mädchen immer noch nicht heile ist. Kurz flackerte ein Satz meiner Ursprungsfamilie auf: „Es muss doch mal irgendwann gut sein.“ Und gleichzeitig spürte ich die Scham des Mädchens, ja, das wäre schön, wenns gut wäre, aber ich bin eben so wie ich bin und es ist noch nicht alles gut. Und vielleicht braucht das auch für den Rest dieses Lebens und ich möchte, dass das so sein darf. Ich mag nicht immer unter Heilungsdruck stehen. Ich mag nicht mehr unter Funktionierdruck stehen. Und dann liefen meine Tränen. Ja, wie oft setze ich Druck in mir an, dass ich gefälligst funktionieren muss. Heile sein muss. Fertig sein muss. Das mal gut sein muss. Wie oft sitze ich da mit Nackenschmerzen und finde mich doof, weil ich nicht so leistungsfähig bin, wie manch anderer... dabei weiß ich gar nichts über die Leistungsfähigkeit anderer. Die stelle ich mir nur vor. Mit den Tränen floss ganz viel Liebe für mich, für dieses Mädchen, für ihre Tapferkeit diesen Weg überlebt zu haben, für ihre Freude und für das kontinuierliche Aufmerksam machen darauf, dass was in mir nicht stimmt. Sie ist immer dran geblieben, dieses kleine Mädchen und hat über 30 Jahre lang gerufen nach mir, bis ich nun endlich auf sie höre. Ich bin so unendlich stolz auf mein inneres Kind. Auf mich. Immer mehr kann ich annehmen, dass ich Langsam bin und meinen Weg auf meine Weise gehe. Da war sie, meine Liebe, die ich heute gesucht habe. Meine Liebe zu meinem kleinen Mädchen in mir. Die Liebe für unseren Inneren Kinder. Tausendmal zitiert und doch kann man es nicht oft genug wiederholen. Denn jedes Problem im heute was uns Gefühlsmäßig zu überschwemmen droht, ist ein inneres Kind Problem. Und gerade, wenn die Gefühle hochkochen, können wir sicher sein, dass unser inneres Kind gerade nach uns ruft und noch mehr Raum und Beachtung braucht. Auch wenn es uns nicht in den kram passt, das Leben lügt nicht, es spiegelt. Und Liebe heilt. Liebe heilt.

Wo seid ihr auf der Suche nach Liebe gestrandet? 


Tag 9: Im Klitzekleinen steckt sooo viel Liebe.

Das Leben steckt voller Wunder. Im Klitzekleinen und ich konnte ich sie heute alle sehen. Keine Ahnung wieso es heute ging, vielleicht wegen all der Herzen von euch. Ich hab mir eure Posts heute mehrmals angesehen. Sooo schön. Heute war Bürotag. Ein drei Wochen vor mir hergeschobener Bürotag... und es war alles ganz leicht und schön. Mein Handyvertragspartner hat mir heute einen Vertrag mit dem ich 20,- Euro pro Monat spare angeboten. Die KSK war super lieb. Die Frau am Telefon meiner Versicherung war voll süß. Ein verspätetes Nikolauspäckchen meiner geliebten Mama. Ich glaub in Wirklichkeit passiert uns das jeden Tag, nur wir sehen es nicht. Ich bekam Besuch, mit dem ich nicht gerechnet hatte und nun hab ich auch noch neue Portraits, weil er der beste Portraitfotograf der Welt ist. Gestern im Kinderhospitz wars eine kleine Knetkatze, die ich einem Junge gemacht habe, der ganz grantig erst war und sie dann auf seinem Rolli glücklich spazieren fuhr. Die Liebe fließt, wenn wir anhalten und ihr die Chance geben sich zu zeigen. Sie ist nicht pompös oder laut. Sie ist fein und zart wie ein Sommerwindhauch. Ich hab mich heute in eine Ausstellung getraut, in die Szene meines alten Lebens, mit einem alten Freund an der Seite und habe viele wunderschöne Bilder gesehen. Ich liebe Fotografie. Ich liebe Schönheit. Und ich rede von solchen schrägen Fotografen wie Michael Schmidt.

Es ist berauschend sich in der Suche nach liebe zu versenken und immer mehr und mehr davon zu finden. Sie ist überlall, an jeder Ecke, in jedem Detail, in jeder Fassade, jeder U-Bahn, jedem Baum, jedem Wesen. Ich liebe diese Suche nach Liebe jeden Tag mehr. 




Foto: Bernd Schaller



Tag 10: Gleichzeitigkeit!

Nichts ist wichtiger, als deine Schwingung hochzuhalten. Egal wie es heute läuft, was uns entgegen kommt, Angriffe, Streit, egal welches Problem - es ist das wichtigste von allem, dass wir in der Liebe bleiben. Es geht nicht!!! ums Verdrängen, sondern um Gleichzeitigkeit.

Und das kann man lernen. Gleichzeitig wütend und liebend sein. Gleichzeitig ohnmächtig und liebend. Gleichzeitig das innere Kind spürend und den Erwachsenen.

Als meine große Tochter noch ganz klein war, kam meine Freundin aus einem mehrjährigen Kanadaaufenthalt zurück. Sie hatte dort in einer Familie gelebt und etwas kennengelernt, was sie nicht kannte. Wenn die Mutter wütend wurde, hat sie als erstes gesagt: „Ich liebe dich über alles und nichts wird das jemals ändern. Doch jetzt bin ich richtig sauer auf dieses Verhalten und .... „

Mir viel es damals wie Schuppen von den Augen. Ja klar, habe ich mein Kind immer lieb, auch wenn ich mal sauer bin. Doch bis dahin hatte mich immer das Gefühl des Sauerseins so ausgefüllt, dass ich die Liebe nicht mehr bemerkte. Es gab nur ein entweder oder, keine Gleichzeitigkeit in mir. Dann kam noch dazu, dass ich in meiner Kindheit gelernt hatte, dass wütend sein gar nicht sein darf, also war mein einziges Reaktionsmuster: Abschneiden. Ich wäre von selber nie auf die Idee gekommen, wie meine Freundin sie aus Kanada mitbrachte. Das war wie eine Anleitung für mich. Ich trainierte jedes Mal laut dieses Mantra, Ich liebe dich und dennoch bin ich grad sauer. Es dauerte ein bisschen, aber schon bald konnte ich im Kontakt bleiben mit meiner Tochter und ihr dennoch sagen, was ich anders wollte. Das veränderte viel bei uns zu Hause. Doch mit dem Kind gelingen diese Sachen meist besser, als mit Partnern oder oder... ich üb da immer noch dran.

Die Wichtigkeit dieser Übung ist mir so richtig bewusst erst während meines Schmetterlingsretreates aufgefallen: Es gab in mir eine Verdrehung: Ich dachte, ich muss erst heile werden, dann bin ich in meiner Mitte. Doch der ganze Schmetterlingsprozess und die Erarbeitung der 13 Schritte zeigten mir ganz deutlich: das ich erst in meine Mitte kommen musste und dann erst heile ich. Das Halten der Mitte ist eine Grundübung, die wir dauerhaft erlernen dürfen. Gleichzeitig die Mitte halten und den Problemen begegnen.

Konkret bemerkte ich, dass ich vieles richtig, richtig gut machte in meiner Therapiezeit, nur eines nicht: ich war weder gnädig zu mir, noch sorgte ich für Leichtigkeit, Spaß und Freude und ich war auch nicht in Verbindung mit anderen Menschen. Alles Dinge, die dafür sorgen, dass meine Schwingung hoch ist. Alles Dinge, die mich in der Mitte stabilisieren. Tue ich das, dann ist Heilung leicht, dann ist Therapie leicht, dann sind Stürme leicht. Und damit meine ich nicht Partyfeiern als Verdrängungsmechanismus, sondern wirklich im Alltag dafür sorgen, dass ich Dinge tue, die mir gut tun. Jeden Tag! Meditieren, tanzen gehen, laufen gehen, Yoga, Freunde treffen, Kurse machen, Sauna, Bücher lesen, Kochen, Wandern – da hat jeder seine eigene Liste. Und es gibt Sachen, die unseren Liebeskanal verstopfen und die muss man dann eben mal für eine Zeit lassen bis sich das eigene System stabilisiert hat. Ich habe mehrere Jahre keine Nachrichten gelesen und den Fernseher rausgeworfen.

Die Fähigkeit der Gleichzeitigkeit können wir trainieren und sie ist sooo hilfreich, denn sie ist der Garant, dass wir unsere Liebe spüren. Denn wir selber sind es, die sich vom Liebesstrom abschneiden. Gleichzeitigkeit repariert die abgetrennten Liebeskanäle! Möge die Liebe stetig fließen.

(Ich schreib mir das hier heute vor allem selber!) AHO


Tag 11: Alles verändert sich immer. 13 Ideen wie wir noch mehr Liebe in uns finden:

1.  Schwärme von deinem Leben. Sei dankbar für alles was jetzt schon da ist.

2.  Das Leben lügt nicht. Nimm es so an, wie es ist. Sag ja zu dem Stand, der Situation in der du jetzt bist. Er ist genau richtig und gut so. Und von hier aus geht es weiter.

3.  Deine Imagozellen oder dein höheres Selbst oder dein göttlicher Anteil – wie auch immer du es nennen magst, ist dir immer vorraus und das ist gut so, denn er weist dich voran. Doch es ist wichtig, dass du das akzeptierst.

4.  Beruhige dich. Sei immer der Erwachsene, den du dir immer gewünscht hast zu dir selber. Tröste dein inneres Kind, bemutige es, nimm es in den Arm.

5.  Geh immer Mal wieder nach Innen für eine Tag. Meditiere, wandere oder sei einfach mit dir. Ohne Facebook, TV oder Menschen, nur du und dein Inneres. Ein Tag für dich mit dir. An dem du dir gutes tust, dich versorgst und die Stille in dir suchst. Auf diese Weise kommst du in Kommunikation mit deiner Inneren Stimme, deinem höherem Selbst oder dem Göttlichen.

6.  Tanze auf Musik, aufbauende Musik. Bewegung und Spaß sind so wichtig.

7.  Gehe in die Natur und spüre den Regen auf deiner Haut, den Wind im Haar und den Boden unter den Füßen. Umarme einen Baum, sammle abgefallene Blätter, Samen und Wurzeln. Keine abrupfen, nur, was du auf dem Boden findest und nimm es mit nach Hause, damit du dich erinnerst.

8.  Lächle die Menschen an. Sieh in ihnen die Könige und Königinnen, die sie sind. Sieh die heilen Seelenanteile und lächle ihnen zu.

9.  Erinnere dich daran, wer du wirklich bist. Du bist deine Seele, hier in diesem Körper inkarniert. Du bist dein Potential, deine Träume, deine Visionen. Du bist die Liebe. All das, was hinter den Verwirrungen des Alltags steht, dass bist du. Erinnere dich daran, immer wieder.

10. Meditiere jeden Tag 10 Minuten. Konzentriere dich auf deinen Atem. Darauf, wie der Atem in deine Nase eintritt. Wärmer herauskommt als er rein geht. Wie er die feinen Härchen unter der Nase sich vom Atem bewegen. Spüre, wie der Atem die Innenwände deiner Nase berührt. Und hole dich liebevoll zurück, wenn dein Gedankenkarusell dich ablenkt.

11. Spüre deinen Atem, den Fluss des Lebens. Spüre ihn sanft und kräftigend. Dich durchströmend.

12. Gib dir jeden Morgen eine neue Chance. Entscheide dich jeden morgen neu, dass du dich spürbar besser und besser fühlst. Sag dir diesen Satz, wie ein Mantra morgens 12 Mal auf: Mein Leben wird jeden Tag besser und besser.

13. Alles verändert sich immer. Weder die scheinbar schlimmen Dinge, noch die traumhaft Guten Dinge blieben wie sie sind. Alles verändert sich immer. Das ist ein Naturgesetzt. Alle Ablehnung und alles Begehren sind nicht mehr nötig, wenn wir das Wissen annehmen, dass es sich sowieso wieder ändert. Dann können wir das Hier und Jetzt genießen.



In 13 Tagen ist Weihnachten. Möge noch mehr Liebe bis dahin fließen. Mögen wir alle unsere Herztüren öffnen und jeden Tag mehr Liebe finden. AHO
 
   
Tag 12: Meditieren lässt die Liebe proportional am deutlichsten steigen.

Ich hab 2013 die Vipassana Meditation in Triebel gelernt und fahre seitdem regelmäßig dort ins Retreat. Jeden Morgen und jeden Abend meditiere ich. Das ist wie duschen, entspannen, Kopf reinigen, endlich Stille. Und in der Stille, kann Liebe sich zeigen. Es gibt nichts Vergleichbares für mich. Nichts, was mich besser begleitet, erdet oder mittet. Vipassana wird "Hellblick" übersetzt und es geht um die Gefühlsbetrachtung, eine Arbeit am Selbst. Buddha fand diese Methode als er die 40 Tage unter dem Baum saß und lehrte sie danach über 45 Jahre in seiner Schule. Wir sitzt im Schneidersitzt oder auf einem Stuhl, wenns geht ohne sich anzulehnen und schließen die Augen. Wir konzentrieren uns auf unseren Atem. Auf die Art, wie der Atem eintritt in die Nase, wie er die Nasenflügel berührt, wie er beim Austreten wärmer ist und die feinen Haare unter der Nase bewegt. Wir bleiben mit der Konzentration auf dem Bereich um die Nase.
Doch schon nach einigen Minuten wird unser Geist abschweifen. Gedanken, Geräusche oder das pieksende Knie lenken uns ab. Wir haben ein ganzes Universum an Gefühlen und Widerständen, die uns ablenken. Sobald wir uns dessen bewußt werden, gehen wir wieder zurück mit der Aufmerksamkeit auf den Atem an der Nase. Das ist alles.

Wir entscheiden uns vorher wie lange wir meditieren wollen - 20 Minuten oder eine Stunde und stellen den Timer. Und jedesmal, wenn uns Gedanken hochtreiben wollen, so dass wir beinah aufspringen, werden wir uns bewußt, dass wieder ein Ablenkungsmanöver stattfindet und gütig und behutsam kehren wir zurück zur Aufmerksamkeit des Atems an der Nase. Bis der Timer klingelt und wir die Augen wieder öffnen.

Es dauert und braucht viel Üben, bis wir die Konzentration wirklich halten können. Wenn wir eine Minute dauerhaft beim Atem an der Nase bleiben, ist das gut! Wir dürfen hier Geduld und gnädig sein mit uns üben. Das wirkt sich auch gut auf den Alltag aus.
Goenka erklärt das so: es gibt angenehme, unangenehme und neutrale Gefühle. Die einen wollen wir unbedingt behalten, die anderen unbedingt loswerden. Das löst Ablehnung oder Begehren in uns aus. Beides ist vom Ego gesteuert. In dieser Meditation verlangsamen sich die Sinnenseindrücke und das Denken und so können wir die Zusammenhänge zwischen Sinneswahrnehmungen und den daraus bedingten Re-aktionen besser verstehen und uns aus dieser Bedingtheit lösen. Das ist der Hellblick, den wir durch die Vipassana erlangen. Wir können die verborgenen Gründe für unsere Gefühle entdecken. Wir können uns selber erkennen. Andere nennen das auch Erleuchtung.

Durch die Übung des langen Sitzens findet unser Körper zur Ausgewohgenheit. Es kommt zu einer Reinigung im grobstofflichen Körper (Muskulatur) wie auch im feinstofflichen Körper (Energiekörper und Emotionen).
Hier ist vielleicht noch wichtig, dass es fünf typische Widerstände gibt, die während der Meditation auftauchen. Kennen wir sie, erkennen wir sie und können gelassener re-agieren: 1. Müdigkeit 2. Unruhe 3. Zweifel 4. Ablehnung 5. sinnliches Begehren

Mit der Zeit fördert diese Meditation unsere Konzentrationsfähigkeit. Innere Ruhe und Ausgeglichenheit. Es stellt sich ein Gefühl von innerem Frieden ein, von Liebe und Aufmerksamkeit. 


Um die Vipassana gut und tief zu lernen empfehle ich ein 10 Tages Retreat nach Goenka, zB hier:  https://www.dhamma.org/de/schedules/schdvara



Meine nächsten Meditationskreise stehen hier:

 


Tag 13: Es ist mir ein Anliegen ANDERS zu sein. Genauso liebe ich mich.

Ich habe 40 Jahre lang geschwiegen. So geht es vielen, die ein Trauma erlebt haben. Und das nicht, weil die anderen böse Menschen waren, sondern weil sie es nicht er-tragen konnten. Weil es zu viel, zu schwer war. Weil sie es sich nicht zugetraut haben damit umzugehen. Warum ich denn nichts gesagt habe, fragen mich viele. Das habe ich auf meine Weise, doch was sollte ich auch sagen? Ich war ein Kind. Wie soll man sein Befinden erklären, wenn man nur lose Enden in einem total konfusen Raum hängen hat. Als Kind wusste ich doch noch nicht mal, dass was nicht stimmt mit mir. Dissoziieren heißt, dass man sich an nichts erinnert und das tun fast alle, die ein so frühes Trauma erlebt haben. Ich war immer anders dadurch und habe gemerkt, dass mich alle anders behandeln als die „Normalen“. Und später? Was sollte ich sagen, ich hab katastrophale Liebesbeziehungen. Ich esse nicht. Ich arbeite wie eine Irre. Da ist ein riesen Knoten in mir und ich hab keine Ahnung, wie ich den lösen soll. Ich gehe nicht raus aus schlimmen Situationen und ich verachte mich dafür, für meine Feigheit nicht zu gehen. Und für meine Angst den Mund aufzumachen. Aber auch das lasse ich ganz schnell im Nebel verschwinden. Ich habe alle Schuld getragen. Ich war immer die erste, die bei mir geschaut hat, was ich wieder falsch gemacht habe. Und ich habe für alles die Verantwortung übernommen. Dafür, dass mein Ex ausgeflippt ist. Dafür, dass ich einer Betrugsfirma aufgesessen bin und mein ganzes Geld verlor. Für jeden Streit und jeden Fehler, der in meiner Umgebung passierte. Ich hab vor allem den Leuten gegenüber, die scheiße waren, geschwiegen. Ich hab Verhaltenstherapien angefangen, um mich besser zu verhalten. Wenn ich mir das heute überlege, schäme ich mich. Ich halte dieses kleine Mädchen, diese junge Frau immer wieder im Arm und spreche ihr Trost zu. Sie konnte es nicht besser. Niemals hätte ich damals gewagt was zu sagen. Gar zu sagen, ey, Du Arschloch, verpiss dich, hier ist meine Grenze. Irgendwann nach Jahren hab ich dann immer die Reißleine gezogen. Dann gab es einen Atombombenabwurf. Dann habe ich alles zerstört, damit es auch ja keinen Weg zurück gab.

Und ich konnte damit meiner Familie nicht kommen, die haben mich einfach nur für  - ich weiß es gar nicht – sie haben den Kopf geschüttelt, mir gesagt, ich solle doch mal richtig arbeiten und kleine Brötchen backen und normal sein. Es müsste ja mal langsam gut sein mit der Vergangenheit, ist ja schließlich ewig her. Oder die Idee, dass man sich sowas ausdenkt. Wieso sollte sich jemand so was ausdenken? Sich so stigmatisieren lassen? Wieso sollte jemand freiwillig mit diesen Schmerzen rumlaufen? Wieso freiwillig diese ganzen Therapien machen? Sich freiwillig aus dem Fluss des Lebens nehmen? Kein Mensch denkt sich einen sexuellen Missbrauch aus – das ist ein Todschlagargument von denen, die nicht hinhören wollen.

Oder die Langzeitarbeitslosen? Das macht doch keinen Spaß ohne Arbeit zu sein, ohne einen Platz an dem man gebraucht wird. Das stellen sich die Überarbeiteten etwas rosig vor, als hätte man dann lustige, entspannte Freizeit. Es macht auch keinen Spaß Alkoholiker zu werden oder ein Schlägertyp oder was auch immer für unglückliche Überlebensstrategien herauskommen aus uns. Jeder, der nach Hilfe schreit, muss doch ernst genommen werden.

Ich kapier das nicht, wenn ich all die Kinder sehe, die mit auffälligem Verhalten darauf aufmerksam machen, wieso schauen wir alle zu? Ich erinnere mich daran, wie ich mal im Schwimmbad mich in die Erziehungsmethode auf der Nachbardecke einmischte. Ich hab ihr verboten, dass sie ihren kleinen Sohn mit dem Stock schlägt – da im Schwimmbad. Hat sie auch nicht mehr gemacht. Ich dachte nur, wenn sie das hier in der Öffentlichkeit tut, wie geht es dann erst zu Hause ab. Ich hab mich so darüber aufgeregt. Heute denke ich, ich hätte viel radikaler sein müssen. Aber das krasseste waren die Reaktionen der Menschen, die mit mir da waren. Es war ihnen peinlich, dass ich mich einmische. Ich sollte doch den Mund halten, das würde doch eh nichts bringen. Sag mal, haben wir sie noch alle. Wie können wir dabei zusehen oder wegsehen? Die Zahlen der sexuellen Missbräuche an Kindern gehen nicht zurück! Sie sind stetig. Jedes 3. Mädchen und jeder 5. Junge. Können wir alle dieses Thema endlich ernst nehmen. Es fühlt sich so scheiße an, wenn einen niemand ernst nimmt, keiner hilft und man da als kleiner Knirps alleine durch muss und sich selber die Schuld gibt.

Die einzige Prävention für die Kinder ist, dass wir Erwachsen hinschauen und den Taburaum des Schweigens brechen. Wir müssen uns alle befähigen, dass wir solche schlimmen Traumaerfahrungen anhören können. Dass wir sie umarmen können, diese Menschen. Wir sind es, die fragen können. Ja klar, wird einem schlecht davon. Klar ist das zum Heulen und tut weh. Und? Wir müssen lernen hinzuschauen, aufzustehen und uns zuständig fühlen. Ja, dass ist wichtig, dass wir uns zuständig fühlen. Jeder von uns. Jeder, ob er selber betroffen ist oder nicht. Das ist aktive Friedensarbeit. Das ist, was diese Welt rettet. Wir brauchen die Aufmerksamkeit von jedem und zwar hier im alltäglichen Leben. Unter unseren Freunden, in unseren Familien, in der Schule – überall sind Menschen versteckt, die einen sexuellen Missbrauch erlebt haben. Oder die andere Traumen erlebt haben. Wir brauchen eine Welt, in der das da sein kann. In der wir eine Hand reichen. In der gefragt wird und in der die Antworten auch gehört werden wollen!
Ja, auch ich musste mich dazu erst mal befähigen. Und jetzt kann ich das und wenn ich das gelernt habe, kann das jeder andere auch. Ich bin gerne anders. Ich sage gerne was ich denke. Ich sage auch was ich fühle. Ich sage die Wahrheit. Ich werde nie wieder schweigen. Das ist unbequem für andere. Ja! Und ich bin das gerne. Ich liebe mich dafür, dass ich es geschafft habe aufzustehen. Dass ich es geschafft habe, mich so zu zeigen, wie ich bin. Klar, bin ich immer noch aufgeregt. Und auch dafür liebe ich mich. Auch in meinem Still sein, feige sein, liebe ich mich. Hier wo ich stehe, liebe ich mich. Das ist die wahrste Liebe, die ich kenne. AHO



Tag 14: Wir sind es, die unsere Herzverbindung aktivieren. Tun wirs.

In der Matrixausbildung bei meinem hochverehrten Lehrer Dirk Stegmeyer habe ich als erstes gelernt, wie wir uns mit dem schlichten Grüß des „Mein Herz grüßt dein Herz“ mit einem anderen Menschen verbinden. Wir tun das oft automatisch, doch es bewusst zu tun, bringt spannende Reaktionen. Still tue ich das. Ich stelle mir vor wie eine lichtdurchströmte Verbindung von meinem Herzen zu dem Herzen meines Gegenübers aktiviert wird. Wie Liebe fließt. Ich spüre dann richtig das pulsieren meines Herzchakras und wie Wärme, Energie sich von dort ausbreitet. So wie ich mir am ersten Tag vorgestellt habe, dass ich verbunden bin und Liebe als Versorgung für mich fließt, so stelle ich mir heute vor, dass Liebe nach Außen fließt. Damit erhöhe ich mein pulsieren des Herzchakras, damit öffne ich mein Herz. Ich tue es hier zu Hause, mit jedem von dem ich was hier auf FB lese, in der Ubahn bei meinen Sitznachbarn, auf der Strasse, bei allen Begegnungen. Mögen wir alle diese Herzverbindung spüren. Wir sind es, die unsere Liebe aktivieren. Tun wirs. AHOFormularende

Tag 15: Madonna

Ich spüre den Mut dieser Frau, wie er mich durchströmt. Und mit jeder Herzöffunng kann mehr Liebe fließen. Liebe fließt, wenn wir uns so zeigen können, wie wir wirklich sind. Genauso, auch wenn die Welt da draußen Kopf steht und uns verurteilt. Und genau das gehört dazu, wenn wir fliegen wollen, wie ein Schmetterling in voller Freiheit. Dieser Kampf, den wir haben, wenn wir uns befreien aus dem Cocon, indem wir verpackt sind. Es ist ein Kampf, ein Kraftakt, eine richtige Geburt. Und wie der Schmetterling das braucht, damit sich die Adern öffnen und das Blut in seine Flügel fließt, so brauchen auch wir diesen Kampf, diese Auferstehung der Energien. Der Schmetterling kann später nur fliegen, wenn er sich selber, ganz alleine aus dem Cocon befreit hat. Vielleicht kennt ihr die Geschichten darüber, was mit Schmetterlingen passiert, denen man bei der Geburt hilft - sie können ihre Flügel nicht entfalten und sterben neben ihrem Cocon. Jeder braucht seinen eigenen Befreiungskampf und keine Mutter, kein Lehrer, kein Guru und auch kein rettender Prinz kann irgendeinen Weg für einen anderen gehen. Jeder muss sich selber frei kämpfen. Und heute ist ein guter Tag dafür, damit anzufangen. Freiheit lässt Liebe fließen.

Heute sagt der Mayakalender: „Die mütterlichen Urkräfte erreichen heute die Manifestation. Ich lasse die Gebärkräfte bewußt in mir geschehen und Neues initiieren. Es ist der Tag des roten planetaren Drachen. Die Wirkkräfte des Nährens schaffen „Neues“. „Etwas“ wird geboren.“ (Hier kann man den Mayakalender täglich lesen: http://www.maya.at/Kin-Info/Kin-Info-Index.htm )
Mit diesen Bildern von Madonna durchströmt mich Mut weiter zu gehen. Mit diesen Bildern weiß ich, ich gehe den richtigen Weg. So war es schon als ich mit 14 das erste Mal nach ihren Liedern tanzte.  So war es schön als ich mit 14 das erste Mal nach ihren Liedern tanzte. Ihre Rede berührt mich. Sie hat nie die Sexualität verlassen oder verleugnet und ist weiter gegangen als jeden, den ich kenne. Sie ist sich treu geblieben, immer wieder auf neue Weise. Vor fünf Jahren habe ich ihre Show hier in Berlin gesehen. Ihre Kunst ist nicht nur die Musik. Sondern auch die Bilder, Gemälde, Videos an den Wänden, die Aussage, der Kampfgeist, ihre Weiblichkeit im Frausein, ihre Kraft und die Liebe - ich kann es gar nicht in Worte fassen. Wie Kreativität in solche Dimension wachsen kann, dass ist genial. Diese Rede hat heute morgen mein Herz geöffnet. Dank für ihre Offenheit und ihren Mut zu sagen, was sie denkt, für ihre Geschichte, die sie ganz angebunden in ihren Gefühlen erzählt. Mir macht das Mut noch weitere Kapitel meines Lebens aufzuschlagen und voran zu gehen. Das sprengt Kanäle frei auf denen Liebe fließen kann. Mögen wir alle den Mut finden uns so zu zeigen wie wir sind, egal was die Welt da draußen denkt, sagt oder verhindert - wie sagt Madonna so schön, danke, druch euren Widerstand bin ich zu der geworden, die ich heute bin. Konnte diese Stärke in mir wachsen - oder so ähnlich... Heyhey, Madonna. AHO



oder hier: https://www.facebook.com/MDNApage/videos/1443824262324391/



Tag 16: Dank an die Täter.

Es liegt soviel Vergebung in der Idee, dass wir das hier nur sind, weil wir diesen Weg gegangen sind. Ich bin nur diese Frau geworden, weil ich als Kind diese Traumen erlebt habe. Wahrscheinlich hätte ich ohne all dem niemals Kunst studiert, ich hätte die Kreativität nicht so überlebensnötig gebraucht. Ich hätte wahrscheinlich niemals dieses Dorf verlassen, wie die meisten die dort leben. Ich hätte Berlin nicht so kennengelernt. Die Welt nicht, wäre weder alleine in Asien gereist, noch wäre ich jemals auf den roten Pfad der Schamanen gestoßen. So viele Menschen, die ich niemals kennengelernt hätte. Niemals wäre ich durch diese Höllen einer Therapie gegangen und dann hätte ich niemals diese Stärke in mir entdeckt. Ich habe einen Mut entwickelt und eine Kampfgeist, einen Überlebenswillen, mir macht keiner mehr was vor. Ich sehe so klar und tief, dass es viele beängstigt, mich macht das froh. Ich habe so viel Freude an kleinen Dingen. Ich hätte niemals meine Liebesfähigkeit entdeckt, die sich trotz allem und dennoch und immer wieder in mir zeigt. Ich hätte niemals gewusst, dass ich aus eigener Kraft aus einem Ort, der wie eine Hölle erscheint, ein Paradies machen kann. Ich möchte kein anderes Leben gelebt haben. Ich liebe mein Leben, genauso wie es ist. Und die Frage, was wäre aus mir geworden, wenn das nicht passiert wäre, ist in ihrer Antwort furchterregend. Damit möchte ich nicht tauschen!

Und so schicke ich Dank an meinen Täter und das ganze Umfeld. Ihr habt ermöglicht, dass ich so wachsen konnte. Das ich so stark geworden bin, dass ich so, genauso bin, wie ich mich liebe. Das hilft dem Täter zwar nicht, weder ob ich dauerhaft wütend bin noch ob ich vergebend oder dankbar bin – er muss sowieso seinen Weg damit gehen. Jeder hat sich immer dabei. Niemand kann sich selber entweichen. Aber mir hilft das weiter, mir bringt das so viel Liebe in mein Feld. So viel Freiheit und Herzöffnung.

Schaut euch bitte um, schaut euch genau die Menschen an, die hier inkarniert sind um sich diesmal auszuruhen. Möchtet ihr wirklich tauschen oder geht’s nur um kurz mal dort Pause machen? (Und keiner der meine Texte liest gehört zu dieser Gruppe Menschen – die würden meine Texte niemals lesen!) Schaut genau hin und lasst euch nicht von der Phantasie, wie schön es wäre wenn einfangen, denn die lügt uns einfach was vor. Und dann schaut hin, was ihr alles gelernt habt auf eurem Weg, wie stark ihr geworden seid, wie schön und wie liebe-voll. Dankt euch für jede Etappe, die ihr geschafft habt. Dankt euch für jeden Schritt, für jeden kleinen Erfolg. Dankt euch für euren Weg, damit sich all die Liebe, die unterwegs draußen geblieben ist, integrieren kann. 

Noch 8 Tage bis Weihnachten. Die 8 ist der Wechsel. Mögen unsere Herzen sich weit weit öffnen. Weich und vertrauensvoll. AHO


Tag 17. Lieben wie die Bäume
Ich habe gerade einen Film auf meiner Seite gepostet bekommen über das Zusammenleben der Bäume. Schon im Frühling kam dieses tolle Buch, "Das Leben der Bäume" zu mir und hat mich ausgesöhnt mit meinem Hartz4 Einkommen. Ich bin Aufstockerin, kann mich immer noch nicht komplett alleine versorgen. So wie die Bäume sich gegenseitig versorgen, so sorgt ihr für mich, solange ich noch nicht stark genug bin, um mich wieder selber zu versorgen. Und ich danke jedem einzelnen von Euch dafür. Danke aus tiefstem Herzen.

Ich habe Tränen in den Augen, wenn ich diesen Trailer anschaue. Tränen der Dankbarkeit für unsere Gemeinschaft. Das es hier so was gibt, eine Unterstützung. Das ich überleben kann und gehalten bin im Netz dieser Gesellschaft. Wir machen das gut hier in diesem Land, neben aller Kritik, schicke ich hier große Liebe und Dankbarkeit ins Feld. Wir machen das richtig gut. Danke.

Auf meinem Weg habe ich gelernt, dass wir Menschen nicht die Krone der Schöpfung sind. Es gibt so viele Naturwesen, die viel mehr Wissen als wir. Wir sind die Schüler die auf diesen Planeten gelassen wurden um von der Natur zu lernen. Wir sind umgeben von einem reichen Universum an Helfern. Die Tiere und die Pflanzen sind hier und helfen uns. Nähren uns, zeigen uns wies geht. Wir können soviel aus der Analogie ihres Lebens lernen. Und ihre Kräfte heilen uns. Im Phytowissen können wir einen kleinen Teil davon erahnen, wie reichhaltig dieser Planet ist mit Heilkräften.

Die Bäume haben mir mein Herz geöffnet im letzten Jahr. Auf dem Sonnentanz und dem achtsamen Umgang mit den Bäumen habe ich das erste Mal ganz bewusst den Mutterbaum, seine Liebe und Fürsorge erlebt, genauso wie die Hingabe an uns Menschen. Sehr berührend.

Danke, Marion, fürs Erinnern.

Mögen die Bäume unsere Herzen öffnen, damit wir noch mehr Lieben können. AHO



Tag 18: Das Risiko der Liebe eingehen.

Wir haben unsere Herzen verschlossen mit der Idee, dass wir so dem gebrochen Herzen entgehen könnten. Der alten Erfahrung wegen. Damit dies niemals wiedereintritt. Doch was ist die Botschaft, die wir uns selber damit Tag für Tag geben? Wir trauen uns nicht zu, dass wir gelernt haben aus den Erfahrungen und diesmal weiser, liebevoller mit uns selbst, konsequenter und heilender handeln würden als das letzte Mal. Wir trauen uns selber nicht zu, dass wir uns ändern, geändert haben. Mit dem Herzverschluss halten wir uns selber gefangen in der alten Schleife. Wieder so ein Paradoxon mit dem wir uns selber bestrafen. Was hilft? Die Lösung liegt im klaren Vertrauen an uns selber. Im Mut des neues Risikos. Wir wagen uns wieder in die Welt, wir weiten unser Herz. Mit dem Risiko verlassen wir die bequeme Zone, die Behaglichkeit unserer Couch. Mit dem Risiko holen wir neue Energie in unser Leben, wir öffnen den Deckel unserer so lange verschlossenen Gefühle, wir geben die Lähmung des Herzverschlusses auf und bewegen uns wieder. Wenn wir das Risiko der Liebe eingehen, dann können wir alle Hindernisse überwinden. Liebe ersetzt alle Verurteilungen und Trennung mit Gnade und Leichtigkeit. Mögen wir alle das Risiko der Liebe immer wieder, jeden Tag neu und tiefer für uns eingehen. AHO


Tag 19: Für unsere Schönheit.


Eine liebe Freundin und Heilerin hat letztens mit einem super bekannten Model gearbeitet, weil sie sich hässlich fand. Selbst die sechsstelligen Tagessätze haben nicht geholfen, um das innere Gefühl zu ändern. Ist das irre? Nein, nicht wirklich. Vielleicht zerstört das unsere Phantasie darüber, dass hätten wir dieses Aussehen, diesen Job, dieses Geld, würden wir uns glücklicher fühlen. Schauen wir tief in uns selber nach... Wieviele von uns kennen das? Egal, ob es ein scheinbar objektiv SCHÖN gibt oder nicht, wie wir uns Innen fühlen hat nichts mit der Größe der Nase, dem Ausmaß der Hüften oder der Haarfarbe zu tun. Und die innere Zerrissenheit lässt sich nicht mit Geldscheinen im Außen flicken. Ich habe mein ganzes Leben lang gedacht, das an mir was so abstoßendes ist, dass keiner mit mir zu tun haben möchte. Ich weiß, wie oft ich in den Spiegel geschaut habe und mich zu dick fand, dabei wog ich früher immer unter 50kg. Ich hab gefastet und mich ewig diszipliniert, hab meine Lieblingsspeise (EIS) über Jahrzehnte verschmäht und jede Emotion mit Essensverweigerung in mir beantwortet. Es ist ein Spleen, wie ein Splitter im inneren Auge und er wirkt tief. So zerstörerisch tief. Im Spiegel und in der inneren Vorstellung wachsen Gliedmaßen, wie Po oder Beine, auf ein riesiges Ausmaß oder die Nase verlängert sich in der Vorstellung wie im Spiegelbild. Wir haben verzerrte Bilder von uns im Kopf und das erlebe ich nicht nur bei Menschen mit Essstörungen. Ja, die Medien und das Frauenbild. Aber irgendwann ist das warum egal, da ist nur noch die Frage da, wie ändern? Wir sind Innen nicht verbunden mit dem Körper, mit dem wir hier leben. Es ist ein stilles sich nach Innen wenden und gleichzeitig den Körper bewusst pflegen und umsorgen. Wir können mit dem besagten Apfel am Tag beginnen und langsam aber sicher die Liebe und Sorge für uns selber ausweiten. Schritt für Schritt. Wir sind wie ein Kristallfeld, Innen. Zünden wir einen Kristall (regelmäßig jeden Tag uns mit einem gesunden Stück Obst versorgen), der uns erleuchtet von Innen, zünden sich nach und nach die benachbarten Kristalle auch. Bis wir irgendwann durch und durch leuchten. Dann sagt der Körper plötzlich, ich mag Yoga oder tanzen gehen. Ich mag meinen Bauch, denn er ist weich und ich mag Eis. Ich mag mal anders essen und mich jeden Tag selber mit Massageöl streicheln. Ich mag einen Mittagsschlaf und auch einen Waldspaziergang. Wir, alle Menschen sind schöne Wesen, wunderschön. Und solange wir das noch nicht fühlen, dürfen wir unsere Herzen öffnen für unsere Schönheit, so wie wir es tun, wenn wir uns verlieben. Da wird der Liebste oder die Liebste zur wunderschönen Prinzessin, jeden Tag schöner. JE mehr wir lieben, desto schöner werden die Liebsten und die Welt – rosarote Brille macht uns doch nur was vor? Und was, wenn diese grauschwarze Brille, die wir gerade aufhaben uns was vor macht und die rosane Brille die Realität ist??? Da Realität und Wahrheit immer mit Wahrnehmung zutun haben, entscheide ich mich gerne für die rosane Brille. Ich mag unsere Schönheit sehen und verliebt sein in dieses Leben. In die Menschen und diese Erde. Für die Schönheit. AHO
 



Tag 20: Is mir schlecht und dennoch noch mehr Liebe, bitte.

Ich sitze hier weinend, erschüttert, wie wir alle heute Morgen. So viele Menschen, die genauso glücklich sein wollten wie wir, sind gestern plötzlich umgebracht worden. Wie kann das nur sein? Wie können Menschen so sehr hassen, dass sie wahllos andere umbringen. Was ist denn hier los? Was ist denn überall auf der Welt los, wo sie bomben und morden? Ich bin so traurig. Es schüttelt mich richtig. Ich schicke ganz viel liebe ins Feld.

Jeder von uns kennt Gefühle wie Wut und Hass und Zerstörungswunsch. Erstickenden Ohnmacht und den Wunsch wegzulaufen, alles und jeden hinter sich zu lassen. Ja, das sind menschliche Gefühle, die wir alle haben, ab und an. Aber wir Menschen haben auch die Fähigkeit, dass wir sie in uns halten können. Dann ist es ein leuterndes Feuer. Ja, es tut weh und ja, es macht Angst. Und? Es sind Gefühle, die in uns sind. Wann hören wir auf, denjenigen, der sie ausgelöst und angetriggert hat dafür anzugreifen und nehmen endlich die Chance wahr und fühlen unsere Gefühle. Es sind unsere Gefühle und das ist ein gutes Zeichen, gerade die schlimmen Gefühle, die uns so richtig Angst machen, sind für uns wichtige Prozesse, die sich endlich zeigen. Es sind Energien, die gefühlt tiefe Tore der Liebe öffnen können. Doch ausagiert töten sie das Herz des Täters und die Opfer. Wieso lernen wir so schwer? Wieso sind Menschen so störrisch, so idiotisch stur und lernen nicht den Weg der Liebe? Wir haben doch alle mehr als genug in der Geschichte gezeigt bekommen. Wir haben es auch bestimmt mehr als genug in uns selber gespürt. Wann entscheiden wir uns, jeder von uns, endlich anders zu handeln und sich der Liebe zu verpflichten. Wann lernen wir, dass wir diese Gefühle in uns halten können. Das dieses Feuer in uns, wenn wir uns wagen und uns Innen, still ihnen stellen, dass diese Feuer uns helfen. Ja, es bedeutet Mut, aber es ist eine Erfahrung die wahrlich stark macht. Wenn wir endlich alle aufhören, die Wut nach außen zu agieren – kein Anschreien, keine Angriffe und schon gar keine tätlichen Angriffe auf Menschen oder Dinge – wenn wir stattdessen uns hinsetzen und uns selber den Gefühlen stellen, dann ändert sich die Welt. Ja, auf die Zunge beißen, wenn einen die Gefühle überschwemmen und sich zurück ziehen und für sich selber hinsetzen und es fühlen. Es durchlassen, auch wenn es sich so anfühle, als würden wir sterben – aber das stimmt nicht. Keine Zigaretten rauchen während dessen oder andere runterdrückende Maßnahmen, sondern fühlen. Ja, wir haben Angst daran zu sterben, aber das tun wir nicht. Wir wissen, dass wir nicht an unsere Gefühle sterben. Lassen wir sie durch dauern sie 90 sec und sie durchfluten den Körper und fließen aus. Wenn sie länger andauern, dann nur deswegen, weil wir uns im Widerstand befinden und die Energien gegen die inneren Barrikaden knallen. Doch fließen sie durch, dann machen sie unser Herz wieder frei. Dann kann die Liebe wieder fließen. Das sind aktive Heilungsmomente, auch wenn wir sie verfluchen, sie sind unsere wahren Chancen.

Wir brauchen jetzt Menschen die voran gehen und ihre Gefühle fühlen und der Liebe in sich Vertrauen. Wir brauchen Menschen, die lieben, jetzt, gerade jetzt brauchen wir noch mehr Liebe und Mutige, die es wagen sich still anders zu verhalten. Die ihre leuternden Feuer fühlen und aufhören sie zu projektieren, andere beschuldigen oder um Recht haben streiten. Wir brauchen jetzt Menschen, die es wagen in die Eigenverantwortung zu gehen, egal wer sie angetriggert hat.



Ich übernehme heute die Aufgabe und schicke Liebe für die Täter dieser Welt. Ich schicke ihnen den Mut, dass sie sich wagen, es jetzt anders zu machen und sich, sich selber zu stellen anstatt andere zu verletzten. Ich mag Licht schicken in die verzweifelten Herzen der dunkelsten Momente. Heute am letzten Tag, am dunkelsten Tag dieses Jahres, bevor morgen das Licht wieder neu geboren wird. Lasst uns Licht schicken in all die Herzen , die sich nicht wagen ihren Hass und ihre Zerstörerischen Energien in sich zu spüren. Lasst uns diesen Menschen unser Vertrauen in die Liebe schicken, damit wir alle frei werden von der Angst. AHO


Tag 21: JETZT

Wieviele „Wenns“ gibt es in unserem Leben, mit denen wir aufschieben, was uns glücklich macht? Wenn ich einen Mann/Frau an der Seite habe, dann mach ich mit dem dies und das... Wenn ich das und das Geld auf der Seite habe, dann gönne ich mir mehr Zeit für... Wenn ich erstmal diese Ausbildung und jene Weiterbildung zu Ende gemacht habe, dann setze ich mich für mich ein... Wenn ich dies habe, dann... Wenn Wochenende ist, dann... Wenn Ferien sind, dann.... Wir bauen uns ein Konstrukt mit dem wir vor uns herschieben, was wir dann leben würden. Doch wir sind hier, um Freude, Spaß und Liebe zu feiern. Wir sind hier um dieses Leben zu genießen. Wie schnell kann es vorbei sein. Was haben wir dann alles verpasst, was wir eigentlich noch erleben wollten? Wonach unsere Herzen rufen?

Heute am Tag der Lichtwende bitte ich euch eine Liste zu machen. Heute am Tag nachdem wir alle sehr deutlich unsere Sterblichkeit und die Endlichkeit unseres Lebens vor Augen geführt bekamen – können wir da bitte beginnen auf unser Herz zu hören. Unser Leben ist so kostbar und so kurz. Können wir heute alle eine Liste anfertigen mit allem, wir dann tun würden, wenn alle wenns erfüllt sind. UND können wir bitte genau heute damit beginnen, die Erfahrungen dieser Danns zu machen! Denn in diesen Danns liegt soviel Liebe brach und wartet darauf, dass wir sie erleben. Ganze Tonnen voller Liebe warten dort. Holen wir sie uns, indem wir neue Wege gehen, die Wege der Danns – denn unser Unbewußtes schickt uns nicht umsonst diese Phantasien und Träume. Es weiß genau, dass dort der Weg ist.

Wir sollen verliebt sein in unser Leben – das ist eines der weinigen SOLLS denen wir uns mit unserer Inkarnation hierher verpflichtet haben. Machen wir also, was immer wir mit dem Mann neben uns tun wollten, alleine, für uns mit Freunden oder der Familie. Gönnen wir uns jetzt Zeit, setzen wir uns jetzt für uns ein, suchen wir uns jetzt die neue Arbeitsstelle, die passendere Wohnung, den neuen Weg, die liebevollere Umgebung. Nicht nach Silvester oder wenn dann, sondern JETZT. Schreibt drei Sachen auf, die euch als erstes hier einfallen und beginnt gleich heute mit der Umsetzung – und wenn es ein erster Karton ist, den ihr für den Umzug in die Traumwohnung packt. Es macht einen Unterschied, wenn wir unserem System jetzt einen Anschub geben und etwas aus dem Zustand („zu“ von verschlossenen, verschlossener Stand) erlösen in den Fluss der Liebe.

Meine drei Danns für heute: Tanzen gehen, Perureise, Gemeinschafts-Atelier-Praxis
 

Tag 22: Pause machen

Ein Tag Off, wenn der Körper sagt, nogo today, auch wenns zwei Tage vor Weihnachten ist. Der Stress bleibt draußen und die Selbstliebe hat vortritt. Liebe ist Pause machen, wann immer es nötig ist.

Wie oft habe ich in mir die Stimme erhört, die sagt: noch kurz das zu Ende machen. Noch eben da antworten. Aber das muss noch und wenn das liegen bleibt ist auch doof – nä, nicht mehr mit mir. Dieser Anteil darf auf den Schoß, darf sich ausweinen und zeigen wie sehr er Angst hat nicht mehr geliebt zu sein und dann ab ins Bett. In der Pause ist soooo viel Liebe.

AHO
 

Tag 23: Heute finde ich die Liebe in einer alten Playlist meiner Tochter.

Nichts, nichts kann unsere Liebe aufhalten. Liebe ist stärker als alles andere. Liebe gewinnt immer. Sie überwindet jeden reißenden Strom. Mit ihrer Kraft können wir jeden Berg erklimmen, jeden. Reißen wir unser Herzen auf. Auf die Gefahr hin, dass alte Wunden angetriggert werden, wir verletzt werden und nichts nach unserer Nase läuft – und? Ist das alles so schlimm? Wir sind perfekt, genauso wie wir jetzt, genau jetzt sind. Wir brauchen für niemanden irgendwas sein. Wir dürfen einfach so schräg, wild, scheu, still, müde, langsam, aufgedreht und laut sein wie wir sind, genauso. Es ist unser Leben, lasst uns endlich lieben, glücklich sein und feiern. Genau dafür sind wir hier. Spürt eure Kraft wenn ihr mal Haka tanzt oder wenn ihr so lange rennt, bis ihr aus der Puste seid. Lasst uns tanzen, feiern und lachen. Das hier ist unsere Party. Unsere Chance auf unsere Party, wenn wir sie nicht nutzen. Schickt Liebe rum, ins nächste Jahr, zu allen Ahnen, Freunden, Lieben – die alten und die zukünftigen. Heyhey, lasst unsere Liebeskraft sich verbreiten, auferstehen und ausweiten. In alle Himmelsrichtungen, durch alle Dimensionen und durch die verbohrtesten Herzen mitten hindurch, Wundheilend. Ich höre diese alte Playlist meiner großen Tochter... von Johnny Cash bis Janis Joplin, oder Mamas Gun... die Jugend ist so viel mehr erleuchtet. Ein Dank an meine zauberhaften Töchter, die ich mich immer wieder mit soviel Liebe hier aufwachen lassen. Diese Playliste haben wir immer lauthals gesungen haben, als wir den Jakobsweg gewandert sind und nicht mehr konnten. Und diese Kraft mag ich heute raus senden an alle denen die Knie schlottern vor dem Weihnachtsfest. Heyhey, ihr seid nicht alleine. Wir sind alle verbunden und da. AHO


 


Tag 24: Der Samen des Mutes für die Stille, das Fühlen und das NICHTS, was alles ist. Die bedingungslose Liebe.
Der heilige Morgen und die Frage, was sähen wir fürs nächste Jahr?
Ein Jahr ist so viel Zeit und Raum. Alles kann sich drehen und ändern und shiften, innerhalb eines Jahres passiert soviel und gleichzeitig ist es so schnell um. Wenn ich mein letztes Jahr abgehe, dann sehe ich mich mit meinen Töchtern an Heilig Abend im Dom nachdem wir zuvor mit den Obdachlosen im Yaam feierten. Uns war klar, dass war das letzte Weihnachten zu dritt. Im Mai wurd mein Enkelkind geboren und die Welt die ist neu seitdem. Ich hab mein Ewigjugendlich eingetauscht mit ner Oma. Der Tausch hat sich so so sehr gelohnt! Im Sommer bin ich tanzen gegangen in den Pyrenäen auf heiligem Boden des roten Pfades. Danza del Sole Europa. Das dieses Ritual so kraftvoll ist, hatte ich nicht erwartet, aber gehofft. Kein Stein ist seither auf dem alten geblieben. Ich saß hier plötzlich nackt mitten in den Trümmern. Ganz ruhig und verdutzt, was da alles um mich lag. Und dann hab ich die Ärmel hochgekrempelt und sortiert – kann weg, darf bleiben, kann weg, kann weg, kann weg... nur ein ganz paar Steine hab ich wieder eingebaut. Das sah erst so miniklein aus - im Gegensatz zu dem Großen, was vorher da war. Doch ich merkte, es war anders. Es ist ganz echt, ganz stabil auf gutem Grund und Boden. Keine Leuchtreklamen, keine Fatamorgana mehr, keine Illusion – nur ich. Still und langsam. Und dann hab ich meine Kisten wieder ausgepackt und gestaunt. Es ist alles da, alles was ich brauche. Und es ist bunt und schön und frei. Das hier ist mein Platz. Den ich mein Leben lang gesucht habe. Meine Töchter, meine Enkelin, meine Freunde, meine lieben Eltern. Alle da. Mein Platz. Und dann ging eine Tür auf. DIE Tür, auf die ich mich mein Leben lang vorbereitet hatte. Plötzlich war alles logisch, alle Fäden liefen zusammen. Alles gut, alles angekommen. Ein gigantisches Gefühl.
Und jetzt geh ich, Schritt für Schritt, ganz langsam und ich weiß, alles ist gut auf meinem Weg – obs regnet oder schneit oder zu heiß ist oder ich grad mal schlechte Laune hab, alles ok – es geht auch nicht darum irgendwo anzukommen, sondern diesen schönen Weg jeden Tag zu genießen. Genau da, wo ich grad steh. Wenn was nicht klappt, dann war ich mal wieder zu schnell oder abgelenkt. Doch ich spüre soviel Liebe, so sicher in mir, wie es vor einem Jahr nicht denkbar gewesen wäre.
Was war es genau? Was war der Punkt an dem alles shiftete? Als ich zwischen den Trümmern saß und schaute. Ich hab stillgehalten, keine Todolisten, keine Ablenktermine, keinen Geschichten bei anderen erzählt – nur ich. Ich saß dort lange und schaute, fühlte meine Angst vor den Trümmern, die Scham vor dem so gesehen werden, mein Kleinsein, mein unbedeutend sein, mein austauschbar sein, mein Nichts und in dem Nichts sah ich plötzlich wie wichtig ich bin für die um mich herum. Wie ich wirke, wie ich leuchte – ganz klein, genauso nackt wie ich war, völlig ok so klein, muss gar nicht größer. Und nur weil ich still hielt, konnte ich dies überhaupt bemerken – sonst wäre dieser feine Augenblick vorbeigehuscht.
Auf dem Kannweg-Haufen landete zum Beispiel ein Glaubenssatz: deine Arbeit, genauer genommen DU bist nur was wert, wenn du nen Haufen Geld verdienst, etc – krass ist, solange der Glaubenssatz da war, ging nichts.
Ich dachte immer, er wäre gut, weil er mich antreibt – früher hat er ja auch geholfen – lief zwar in ein Burnout, aber Geld war da. Oder in der Generation vor mir half er doch auch – doch um welchen Preis? Ich wollte den Preis nicht mehr zahlen, weder Burnout noch mal, noch so leben wie die Generation vor mir – also die, die ich vor Augen hab... also ließ ich ihn los und es blieb nur einen Möglichkeit: ich mach dann jetzt das, was ich gut kann, was mir Spaß macht und auch nur solange, wie mein Körper sagt, so ist gut. Es funktioniert. Diesen Artikel haben heute schon 2.457 Menschen gelesen. Ich hab keine Ahnung, wo die her kommen – ich seh die Zahlen auf meinem Blog und die Emails die ich bekomme und die Fragen und die Geschichten, die ihr mir schreibt. Und das Geld kommt auch, ganz anders, als ich es hätte planen können. Ja klar, war da ein Moment der Angst, was wird aus mir – und wieder ging es darum diese Angst zu tragen, also sie wirklich in den Arm zu nehmen, zu trösten wie ein Kind. Ängste sind unsere keinen inneren Kinder, die wollen auf den Arm – aber wir Erwachsenen dürfen dennoch einen anderen Weg gehen, als die inneren Kinder es wünschen. Der wahre Grund für Mangel ist mangelnde Liebe und Wertschätzung uns selbst gegenüber. Und um mehr Liebe und Wertschätzung zu fühlen, brauchen wir Denkpausen, die Sekunden der Stille, das Anhalten, das Halten der scheinbar negativen Gefühle – denn in den Lücken dazwischen kann die Liebe wieder aus dem Inneren hochsteigen und wir bemerken sie.
Mein wichtigstes Fazit aus dem letzten Jahr ist das die Stille mit der wir das scheinbare Paradoxon lösen: Angst, Schmerz, Leid liebhaben, annehmen, anstatt es loszuwerden, was es an uns kettet – wenn wir das Gegenteil tun, von dem was wir bisher taten, diese Gefühle stillhaltend lieb haben, sie dürfen da sein, auch für den Rest der Zeiten. Wie ein Kind, was eine sagen wir Behinderung hat – es darf da sein für immer und genau dadurch geschieht die Heilung – das 100% ja sagen lässt die Gefühle fließen und sie fließen ab und verschwinden einfach. Ich hab darüber schon oft geschrieben und kann diese Erfahrung nur empfehlen. Es nützt nichts, wenn ihr es bei mir lest, nur die eigene Erfahrung damit macht, dass wir sie mutig wieder und wieder machen bis irgendwann alles scheinbar Negative in uns aufgelöst ist. Es geht, ich weiß es. Dieses Paradoxon ist der Schlüssel zur Selbstbefreiung. Und ich sähe heute den Samen des Mutes für uns alle. Für mich genauso. Ich sähe den Samen des Mutes zur Stille, zum Halten, zum Fühlen. Mögen wir alle diesen Mut ernten, denn mit der Stille kehrt die Bewusstheit über die immer und immer vorhandene Liebe zurück. Mögen wir sie alle spüren. Mögen die Zwischenräume unseres Denkens, die Leere, die Stille immer größer werden, damit die Liebe wieder durch kann. Das wünsch ich mir zu Weihnachten. AHO
 

Kommentare:

  1. Liebste Nina, ich möchte auf diesem Wege meine Gefühle, Empfindungen mit dir teilen.Da ist einfach noch zu viel Scham, Hemmungen usw. Ich habe mein Leben lang um Liebe und Anerkennung, dazu gehören gekämpft und mich verbogen und an all den anderen orientiert für ein bisschen Aufmerksamkeit,Liebe und wurde immer wieder enttäuscht. Ich konnte die Liebe,Anerkennung,Aufmerksamkeit nicht erkennen, nicht annehmen. Ich wusste ja auch gar nicht wie das geht was das ist. ich nahm mich selbst gar nicht wahr und grschweige denn die Liebe um mich herum. in den letzten Jahren hab ich gelernt wa s lieben heißt und das allem voran die Selbstliebe steht. Ich erkenne immer mehr von Tag zu Tag wie reich beschenkt ich mit Liebe wurde von so vielen Menschen in meinem Leben. Diese Liebe konnte ich nie sehen, wahrnehmen und schon gar nicht annehmen. Allem voran die Liebe meiner Mutter zu mir.Dies durfte ich in diesem Sommer erkennen und erfahren. Sie hat mich so sehr geliebt und hat ihr Bestes für mich getan und alles gegeben was sie konnte auch über ihre Grenzen hinaus. Und täglich erkenne ich so viele kleine Gesten der Liebe von so vielen tollen Menschen um mich herum und kann sie immer mehr wahrnehmen und annehmen. Ich bin so dankbar für diese tollen liebevollen Menschen die mich in meinem bisherigen Leben begleitet und geliebt haben.
    Ich danke dir vom ganzen Herzen für diese tolle Möglichlkeit und diesen Platz.
    Herzengrüße��

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  2. Liebe Nina.
    Dein Blog ist mir soeben begegnet und ich danke Dir von Herzen für Deine Gedanken die Du mit uns teilst. Tag 8. hat mich zu tränen gerührt und mich und mein inneres Kind sehr berührt. Ich danke Dir von Herzen für dein Sein liebste Nina.Eine liebevolle Herzumarmung für Dich <3
    Monika

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