Sonntag, 19. April 2015

Schmetterlingsprozess - Tag 34/60

19. April 2015: Du darfst deine Bedürfnisse dürfen (und sagen!).
Erster Tag Tigerlilie: Am meisten hat mich in der Beschreibung folgernder Satz angekotzt:  So sehr sie aber von anderen Personen Wertschätzung und Achtung fordern, so kümmern sie sich aber um andere selten bis gar nicht.“ Das ist gemein und nicht richtig hingeschaut! Aber es war eine Empfehlung von jemanden, den ich nicht ignorieren mag. Und Andreas Beschreibung über Tiger und Lilien hat mich sehr angesprochen und es testet positiv, richtig doll JA. Also hab ich gestern doch Kügelchen genommen. Und es kommt genauso, wies mich anpisst. Genau da steckt ein riesen Dilemma mit dem ich mein Leben lang lebe und keinen Ausweg kannte bisher. Es muss einen Weg geben, das ist mir klar und der will heute zu Tage kommen. Deswegen die Tigerlilie. Ich will nicht fordern – weil fordern hat das Ergebnis, dass ich was KRIEGE von Krieg und nicht von Geschenk wie bekommen. Dabei bleiben beide Hungrig. Beim Schenken werden beide satt. Fordern ist so sehr etwas verlangen was der andere nicht kann. Das will ich nicht. Ich glaub das will eigentlich niemand. Niemand will etwas damit es ihm recht gemacht wird. Dennoch haben wir alle Bedürfnisse. Wie kann das funktionieren? Wie werden wir satt - klar, wir sind für unsere Bedürfnisse selber zuständig, Innere Kind Arbeit und co - dennoch gibt es Begegnungen und wir spüren unsere Bedürfnisse. Punkt. 
Wer hat nicht das Bedürfniss nach Achtung und Wertschätzung, nach Kontakt. Ich setze mich jeden Tag mehrmals in der Meditation hin und fragen, wies mir innen geht. Das mach ich seit vielen Jahren jeden Tag. Ich weiß, ich hab da riesen Schritte gemacht und bin viel viel bei mir. Ganz anders als früher. Aber ich muss darauf achten dass ich meine täglichen Tapas mache, meine Übungen auch wirklich mache. Wie ein Alkoholiker darauf achten muss nie wieder zu trinken, muss ich darauf achten meine Übungen zu machen. Ich bin behindert und eventuell werde ich das immer sein. Damit lerne ich gerade leben und das Sosein zu akzeptieren. Ich brauche jeden Tag ein „Hallo, ich bin noch da.“  Ich habe gelernt die Initiative zu ergreifen und am Kontakt dran zu bleiben mit den Menschen, die mir wichtig sind.
Aber es gibt hier ein Verbindungspaar zwischen brauchen und fordern. Ich würd dieses Verbindungspaar gerne entknüpfen. Ich hab mein Leben lang meinem Gegenüber nicht gesagt, was ich brauche, weil ich Angst hatte zu fordern und dann nicht bekomme sondern nehme, was eben nicht wirklich hilft... ich schäme mich dafür einem Freund zu sagen, dass ich sein, „Hallo, ich bin noch da“ brauche. Vielleicht ist das sogar etwas ganz Normales und ich hab es nur falsch eingeordnet, weil ich es nicht bekam als ich klein war. Doch daraus sind so Unmengen an Missverständnissen in meinen Freundschaften und Partnerschaften entstanden, weil ich es eben nicht sagen konnte, was ich brauche und alles mögliche inszeniert habe, damit ich es bekomme ohne es zu sagen. 
Ich brauche realen Kontakt mit den Menschen um mich, ich brauche Wertschätzung, Feedback, Resonanz, Spiegel. Ohne den Kontakt verliere ich mich und tauche in eine Interpretationswelt ab. Dann stecke ich im "Film". Ich merke das, frage dann Innen nach, was eigentlich los ist - ah, ja, du fühlst dich mal wieder einsam, mein Kind, sollen wir Blumen sammeln gehen? Dann bin ich wieder bei mir. Aber ich muss darauf achten. Das geht noch nicht automatisch.
Wieviel davon ist NORMAL? Wieviel ist krank? Wieviel davon ist nur von mir heilbar, weil nur ich an meine innere Kleine komme und nur ich ihr „Hallo, ich bin noch da“, sagen kann? Letztendlich ist es egal, wieviel von was was ist – es IST. So genauso bin ich und brauche die Spiegel, ich brauche andere Menschen und ich brauche sie täglich.
Ich kann sie nicht alle täglich sehen, dann verliere ich mich wiederum in den Anderen. Ich kenn den dazwischen Weg noch nicht. Den probiere ich gerade aus. Das ist neu und es  macht mir Angst. Aber ich bewege mich eigentlich ganz gut in dieser neuen Welt in der ich Zeit mit mir genieße und wenn ich mit anderen bin, bei ihnen sein kann. Denn ich will die anderen Menschen sehen. Ich sehne mich danach die anderen Menschen zu sehen. Ich will die Herzen berühren und ihnen die Hände halten, ihre Augen sehen und die Geschichten spüren. Ich will die Seelen sehen. 
Es war nie ein schönes Gefühl so gefangen in mir zu sein, dass ich nicht hochschauen konnte. Es ging nicht besser. Ich musste erstmal selber überleben. Auch dafür habe ich mich immer geschämt, unglaublich habe ich mich dafür geschämt. Und hab es weggemacht, damit keiner merkt, dass ich so bin. Ich hatte es verurteilt als egoistisch und mich gegen mein eigenes Bedürfnis gewehrt. Und in Wirklichkeit habe ich es genau mir meiner Gegenwehr erst so richtig manifestiert. Das hat mich einsam gemacht. Was für krasse Kreisläufe eine Behinderung so mit sich bringen. Doch die gute Nachricht ist, dass mit der Heilung sich ein ganzer Rattenschwanz auflöst. Ich habe festgestellt, heilt man eine solche Stelle im System, dann sind es ganze Konnotationsbahnen, die sich regenerieren, als würde man Heilsaft druch die Venen jagen.
Mit meiner schrittweise immer besser werdenden Fähigkeit mich zu lieben, kann ich hochsehen und andere wahrnehmen. Ich werde immer fähiger dazu. Darin liegt die Resonanz der Liebe. UND mein gegenüber sehen und lieben, das ist es was mich satt macht. Und es ist im Ende die gleiche Bewegung, wie mich und mein inneres Kind sehen und lieben. Ich werde jeden Tag besser und ich entdecke die Welt. Und ich erlebe endlich die Geschenke, die alle da sind. Die Menschen die darauf warten, das sich sie sehe. Und sie sind alle wunderschön.
Als ich gestern einem Freund davon erzähle sagt er schlicht, ist doch im Grunde nichts Ungewöhnliches... und das ist die Erkenntnis des Tages – ich bin nicht ungewöhnlich. Es ist alles gut mit mir und ich darf genauso sein. Ich darf. Wir dürfen alle. Bedürfnisse kommt von dürfen. Ich darf meine Bedürfnisse dürfen. Ich darf dürfen. So schlicht und so befreiend diese Erkenntnis! 

Übung: Was möchtest du dürfen? Was ist dein Be-dürf-niss? Du darfst. Sag es, du darfst! 


Öffne Dein Herz
Schließe dein inneres Kind in die Arme und heile es.
Liebe es. Liebe es. Liebe es –
Jeden Tag, jede Stunde, jede Minute
Das ist Heilung.
DANN könnt ihr jeden anderen lieben.
Und Urliebeswillen im Anderen erkennen.
Dann könnt ihr seine heilen Seelenanteile hören,
dann kann euer Herz offen bleiben auch wenn der Andere verletzen will.
Denn in der Urliebe ist Reinheit.
Darin ist das Licht zur Änderung für den Anderen –
Wenn dein Herz offen bleibt seiner URLIEBE gegenüber.

Heldenwege, Sei Mutter Marie und Liebe dein inneres Kind. Halte. Aho
Aus der Serie: Ich bin Heldin!
Papier, 40 x 54 cm, Bleistift, Gold, Silber, Acryl, April 2015


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