Samstag, 25. April 2015

Schmetterlingsprozess - Tag 40/60

25. April 2015 Ja, ich würde mich wieder für genau dieses Leben entscheiden! Genauso wie es war, wie es ist!!!
Es war mal wieder eine Aufstellarbeit, die mir nicht nur einen guten Überblick gab über meine ZUstand, sondern völlig neue Ideen ins Licht brachte. Da war ein Mann aufgestellt als FLASCH (Er stand richtig draußen im Nebenraum!!! Voll Aua.) und die Frau gegenüber als RICHTIG. Mir war ganz flau erst bei der Idee alles so hinzustellen, doch es bot sich so an. Erst entpuppte sich die ganze Aufstellarbeit als normale Mann/Frau-Beziehungsaufstellung. Das Innere Kind gab sein Päckchen an den Mann ab und er fühlte sich dadurch besser verbunden.... ich hätte kotzen können, als ich das sah und gleichzeitig ja wusste, wie oft ich das getan hatte – mein Päckchen, nein, das Päckchen meines Inneren Kindes an meinen jeweiligen Mann abzugeben und ihn darüber an mich zu binden.... Das Innere Kind brauchte Transformation, damit es die Gaben seines Päckchens sehen konnte. Das war eine schöne Wandlung, weil das innere Kind erst sein Päckchen nur loswerden wollte, wegwerfen, abgeben – doch nach der Transformation wollte das innere Kind nichts mehr, als sein Päckchen selber wieder tragen. Es war sein Geschenk, seine Gaben!!!! So ein schönes Bild! Der Mann konnte dann näher kommen, irgendwann sogar konnten dieser falsche Mann und die richtige Frau sich die Hände reichen, aber mehr ging nicht.
Und dann stellten wir einen zweiten Mann daneben – es war so simpel, schon in der Formulierung am Anfang angelegt und doch war es wie eine Erleuchtung, weil es wohl so lange ein blinder Fleck im System war. Dunkelste Verdrängung.... der falsche Mann gehörte nicht der Frau gegenüber, an der Stelle war er FALSCH, sondern er gehörte neben die Frau, wie als Bruder, als Freund, als Energie, die den Rücken stärkt. „Es tut mir leid, dass ich da was verwechselt habe!“ Dieser Satz hallte heute Nacht durch mein Leben – ich glaube, ich hatte bisher nur Be-ziehungen mit solchen falschen Männern, die als Partner vor mir nicht an der richtigen Stelle in meinem System waren. Ich hab an ihnen gezogen um sie richtig zu machen, aber ich bin nie auf die Idee gekommen, dass z.B. mein alter Traum von Kleinfamilie sich verändern darf, andere Beziehungsformen möglich sind. Vielleicht ist Freundschaft zwischen Mann und Frau ja doch möglich, entgegen dem Filmklassiker von Harry und Sally – der mich wohl nachhaltig geprägt hat! Ich schickte diesen Satz heut Nacht in alle vergangenen Beziehung. „Es tut mir leid, dass ich da was verwechselt habe und dich zu etwas machen wollte, was du nicht warst, wofür du nicht vorgesehen warst. Ich wusste es nicht besser. Es tut mir leid.“
Es ging nicht darum, den falschen Mann „auszusortieren“!!! Es war absolut notwendig, dass dieser falsche Mann an den richtigen Ort kam. NEBEN der Frau, veränderte der falsche Mann sich plötzlich in genau die richtige Energie, in die bisher im System fehlende Energie. Jetzt fühlte sie Sicherheit und konnte wachsen. Und er fühlte sich dort auch sichtlich wohl. Sie brauchte noch etwas Freyaenergie und dann konnte sie dem zweiten Mann auf Augenhöhe entgegentreten und sich mit ihm innigst verbinden. Liebe ist möglich! Eben anders als man vorher so denkt!
Und wieder lässt sich diese Erfahrung in die Analogie des Schmetterlingsprozesses übertragen. Denn wenn wir das alte System, z.B: die Kindheitserfahrungen, unsere alten Traumas nicht mehr als Feinde betrachten, sondern es brüderlich in uns integrieren, dann sind wir plötzlich stark genug für die Transformation. Wenn wir die Raupenanteile in uns neben uns stellen, wenn wir die Inhalte der schweren Päckchen begreifen als das was sie sind: unsere Gaben, dann können wir sie leicht integrieren und als Kraft in unseren Rücken stellen. Was ist die Gabe eines Traumas? Ich stelle die Gegenfrage: was lernst du gerade aus den schwersten Lektionen in deinem Leben? Schau genau hin. Was übst du gerade? Wenn du dauernd verlassen wirst, ist es vielleicht die immer so verfluchte Geduld oder das endlich in die Eigendrehung kommen und dich um dich kümmern. Oder wenn du dich dauernd im Mangel erlebst, ist es vielleicht Dankbarkeit und Würde. Ich erlebe es, dass meine Gaben die Umkehrung von dem sind, was mir am schwersten fällt. Meine Sturheit z.B. (davon besitze ich echt ne Menge! (Und das ist auch gut so, denn ihr verdanke ich mein Überleben und ich bin meiner Sturheit so dankbar, dass sie mich so liebevoll begleitete )) – die Gaben, die ich durch die Situationen in die ich durch meine Sturheit komme lerne sind Gelassenheit – lassen können – und bei mir sein. Ich werde gerade zu dem gelassensstem Menschen der Welt! Ich lerne mich um mich kümmern, meine Bedürfnisse selber befriedigen, ich lernen mir mein Dürfen zu erlauben. Ich darf dürfen, ist mir immer noch ein liebevoller Satz. Ich darf BE-dürfnisse dürfen. Ich muss mir selber das immer wieder sagen!
Ja, natürlich ist es schwer aus dem Päckchen eines sexuellen Missbrauchs in der Kindheit seine Gaben zu erkennen. Ich gab letzte Woche in einer anderen Aufstellung meinem Täter sein Päckchen zurück. Das war eine tiefe Vergebungsarbeit, eine von vielen. Ich erwähne diese deswegen hier, weil nur durch mein auseinandersortieren, was ich da eigentlich alles trage, konnte ich erkennen, was sind die Päckchen der Anderen, die ich zurück geben kann und was ist mein Päckchen. Die Päckchen der Anderen gehören zurück gegeben und dein Päckchen gehört ausgepackt!
Und in meinem Päckchen befindet sich die Gabe der bedingungslosen Liebe, der tiefsten Vergebung. Ich sehe die Verbindungen zwischen dem Gefühl Opfer zu sein und Täter zu werden. Es gibt keine von Grund auf bösen Menschen, es gibt Verwirrung, Not und tiefste blinde Flecke, die wir uns bauen, damit wir überleben. Und wir alle haben sie und seit ich ein paar echt eklige bei mir aufgedeckt habe, bin ich demütiger in der Verurteilung anderer Menschen und ihrer Blindheit. Wenn wir tief genug graben finden wir alle den Mörder in uns. Ich schrieb darüber am Tag 7/60.
Wie gesagt, ich will keinem Täter seine Lektion abnehmen. Ich gab meinem Täter seine Lektion zurück! Ganz wichtig!!!!! Und nein, das macht meine Kindheit nicht leichter, aber heute macht es mein Leben leichter, weil ich zu dieser einmalige Frau geworden bin. Ich kann so tief lieben, wie ich es ohne meinen Prozess einem Täter zu vergeben nie hätte lernen können. Und ich möchte auf diese Lektion nicht verzichten. Ja, ich würde mich wieder für genau dieses Leben entscheiden! Genauso wie es war, wie es ist!!! Ich kann Täter lieben. Ich habe diese Gleichzeitigkeit in mir gefunden. Und damit meine ich nicht, dass ich Täter nicht stoppen will, sondern es macht einfach MIR mein Leben hier leichter. Ich kann die Energie des gesamten Systems sehen und einfach lieben. Keine Ahnung, ob das irgendwem anderes als mir hilft, aber mir hilft es. Ich finde damit Frieden in mir. Es darf seit dem in mir alles da sein, was da ist. Jedes Gefühl darf da sein. Ich lebe meinen Mörder nicht aus, aber ich kann ihn im Arm halten und trösten, wenn er verzweifelt ist und damit fühlt sich mein innerer Mörder gesehen und heilt und verwandelt sich. Aber dafür musste ich erstmal den Mut finden ihm wirklich ins Gesicht zu sehen. Mit alle seiner Hässlichkeit und seiner verzerrten Wahrnehmung. Und mit dieser Fähigkeit, kann ich mich mit allen anderen Menschen verbinden, kann ich jeden lieben. Das macht weit, das macht mein Herz weit und das fühlt sich unendlich gut an. AHO

Übung: Such nach deinen Gaben in Dir. Was lernst du gerade aus den schwersten Lektionen in deinem Leben? Schau genau hin. Was übst du gerade? Erkenne deine Gaben die in der Lektion liegen. 

Bhakta manasa hamsika. Sie, der Schwan in den Gemütern ihrer Verehrer
Licht und Schatten IST Eins.
Kiss me.
Photography, bemalt // HingabeCobra
30 x 40 cm, 2014
Aus: Die 1000 Namen der göttlichen Mutter
 

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