Donnerstag, 11. Mai 2017

Erleuchtung heisst heilen, nichts weiter

Über Projektionen, Schuld und Eigenverantwortung. Über Geben, Empfangen und Nehmen. Über Scheiben und Kugeldasein. Über den Weg wie wir uns alle selber erleuchten. Denn dies ist nur ein anderer Begriff für heilen und jeder Mensch auf diesem Planeten besitzt die Fähigkeit, dass er heile werden kann in sich und jeder hat ein Recht darauf. 

Über Trigger, Teil 1/3 


Acryl, Bleistift auf Papier, 50 x 60 cm, 2016,

„Keine Ahnung“


Fangen wir mit einer Seite dieses Scheibenkonstruktes an und indem wir langsam diese Scheibe wenden und von allen Seiten betrachten, begeben wir uns während dieser Reise  langsam in die Fähigkeit Wahrheit aus der Perspektive einer Kugel zu betrachten anstatt auf der Scheibe gefangen zu bleiben. Aber eins nach dem anderen. 13 Schritte - 13 Tage

Tag 1, irgendwann im April hab ich dies gestartet und heute nach dem Mai-Vollmond (den ich zwischen Fieber und Klo verbrachte) ist diese Idee fertig. Mal schauen, was an diesen 13 Tagen alles passieren wird und wann diese 13 Tage sind.

Wie finden wir eine Bereitschaft aufzustehen? Der Begriff Trigger fällt mir ins Feld, damit fange ich an: Trigger, was ist das? Der Begriff kommt aus der Physik. Ein Trigger ist zB eine  Schaltung, die bei einem auslösenden Ereignis einen Impuls erzeugt. Der Auslöser, ein Schlüsselreiz. Gerade in der Traumatherapie wird dieser Begriff gerne viel verwendet und als ein zu vermeidendes Etwas dargestellt. Wichtig ist das wir uns als erstes erden, gut versorgen, vernetzen und Hilfe und Eigenliebe aktivieren – doch dann sind Trigger willkommen, denn sie weisen uns den Weg durch unsere Heilung:
Wir haben eine alte Wunde und versuchen sie loszuwerden, indem wir sie umgehen, ignorieren oder wir haben schon ganz viel darüber geredet, genau durchleuchten und genau verstanden. Vielleicht haben wir schon ganz viel mit unseren Wundern gemacht, sogar Therapien oder wahlweise Karriere oder tägliche Drogen und dennoch da gibt’s dann irgendeinen Idioten, der die alte Wunde wieder aufleben lässt. Der irgendeinen Satz sagt und schon fluten uns die Gefühle. Der Idiot ist natürlich schuld. Irgendwoher muss der Schmerz ja kommen, also sucht unser Verstand nach dem Auslöser. Und weil wir schon sehr früh entschieden haben, dass wir die eigentliche Wunde nicht fühlen wollen, ist der Verstand sehr glücklich über diese Lösungsstrategie. Jetzt kann er sich darauf konzentrieren, den Auslöser des Schmerzes zu bekämpfen mit der Wahnidee, dass der Schmerz dann aufhören würde. Wenn wir uns etwas länger und intensiver beobachten stellen wir fest: selbst wenn wir den Störenfried aus unserem Leben entfernt haben, nachdem Umerziehung, ewige Streite um Rechthaben nichts genützt haben – tritt der Schmerz plötzlich wieder auf, diesmal ausgelöst von dem nächsten Triggermenschen – dann kann man das ignorieren und jedes Mal ganz erstaunt tun, dass einem so was noch nie widerfahren ist, oder wir erweitern dann unsere Verurteilung auf, alle Männer sind so oder alle Frauen sind so oder all, die die eine Religion haben, sind so oder die diese politische Meinung haben, die reich sind oder arm – wahlweise, je nach Wunde oder oder oder... Wenn hier jetzt einer steht, der sagt, ihm ist das noch nie passiert, dann belügt er sich selber.
Trigger sind unsere Nahrung um gesund zu werden. Sie sind etwas Gutes, sie zeigen auf etwas, was sowieso in uns ist und sie tauchen nur dann und deshalb auf, weil wir jetzt fähig sind diese Wunde zu heilen. Ja klar, dafür müssen wir uns bestimmt aus der Komfortzone bewegen und etwas in unserem Leben verändern. Ich bin großer dankbarer Fan von Menschen die mich triggern. Ich muss sie deswegen nicht heiraten, aber ich hab sie in mein Leben gerufen weil meine Wunde heilen will. Ich war das nicht immer, Fan von Menschen die mich triggern, weil ich lange nicht wusste, wie ich mit mir umgehe, wenn mich meine Gefühle fluten. Ich bin in Panik geraten und geflohen. Hab geschimpft und gezehtert, hab Jahrzehntelang meine Partner (die beliebtesten Triggermenschen im Leben) versucht umzuerziehen und mir auch noch mal 10 Jahre lang Partnerschaft verwehrt um solchen Triggern auszuweichen... Irgendwann dazwischen auf meinem Weg habe ich gelernt wie ich mich halte, wie ich meine Identifizierung mit den Gefühlen löse und mich dennoch liebevoll im Arm halte, meine Wunden liebevoll im Arm halte. Das hat mich befähigt zu bemerken, dass die Menschen, die mich triggern überhaupt nichts dafür können – das sie in Wirklichkeit nur einen kleinen Satz gesagt haben und in mir eine ganze Welt von alten, nicht erledigten Wunden aufging. Und es hat mich befähigt genauer hinzusehen: es geht nicht darum mit dem Triggerer zusammen zu sein oder nicht, sondern es geht um meine Wunde. Und wenn ich diese ignoriere, dann taucht gleich hinter der nächsten Ecke der nächste Triggerer auf – dann kann ich weiter so tun als ob das nichts mit mir zu tun hätte und die ganze Welt verurteilen, Verschwörungstheorien aufstellen oder oder
Oder ich stelle mich mir und wenn ich nicht weiß, wie ich mich halten kann, dann geht es darum mir Hilfe zu suchen damit ich lerne wie ich mir helfen kann, damit meine Wunden in mir heilen können. Es geht kein Weg daran vorbei, dass wir alle lernen unsere Wunde selber zu heilen. Da ist kein Arzt, keine Mama, kein Papa, kein Therapeut – der das macht für uns aber da sind Ärzte und mütter- und väterliche Menschen und Therapeuten, die uns ein Abdruck unserer eigenen Mütterlichkeit, Väterlichkeit, des eigenen Heilers in uns, etc geben können, die uns helfen können auf den Weg zu kommen. Im Ende heilt sich jeder selber. Und wenn wir in der Kindheit kein Vorbild dafür hatten, also keine Blaupause, keine Abbild, keinen Abdruck davon bekommen haben, dann müssen wir uns den jetzt holen. Das ist der einzige Weg, wie wir lernen können die Triggerer willkommen zu heißen in unserem Leben, wie wir ein Leben ohne Ausweichmanöver und Weglaufstrategien leben können. Indem wir da sind für uns selber, wenn unsere Wunden nach uns rufen. Und anstatt unsere lichtvolle Energie mit dem Kampf gegen Triggerer zu verschwenden, wandeln wir sie in Heilkraft in uns selber um. Das ist Friedensarbeit, indem wir die Waffen gegen Triggerer nieder legen und uns selber Liebe schenken. 
Unsere Bereitschaft ist eine Entscheidung, die jeder treffen muss: Jetzt ist genug. Andere beschuldigen hat mir 20 oder 30 oder gar 60 Jahre nicht geholfen, jetzt schau ich mal bei mir. 
AHO

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