Mittwoch, 24. Mai 2017

Erleuchtung heißt heilen, nichts weiter // Tag 9

Tag 9 über die Hand-lungsfähigkeit.
Was darf denn noch alles passieren bis wir endlich den Arsch hochkriegen?
Wir leben auf einem Planten der Fülle. Wir Menschen sind nicht gerade die höchste Spezies auf diesem Planeten, doch wir haben um uns Lebensformen die uns weise wundervolle Wege zeigen. Bäume, Tiere, die Elemente, die geistige Welt – alle sind hier um uns zu lehren. Auch in unserer Spezies sind wir verbunden. Wenn wir um Hilfe bitten, Hilfe in unser System lassen, dann wird uns geholfen. Es liegt an uns. Jeder einzelne hat es in der Hand. Und dennoch fühlt es sich sooft überhaupt nicht so an. Ich allen voran bekomms grad nicht auf die Reihe...
Ich kann noch nicht mal diesen Artikel schreiben, es hängt und klebt und triggert. Mein liebster Seelenbruder Urs schrieb „Und dann ist die Zeit reif und es geht [plötzlich] ganz leicht.“ Das genau ist wahres Handeln. Wenn es leicht geht, sind wir richtig. Solange es schwer, schmerzhaft und antreibend nur geht, dürfen wir noch tiefer aufräumen. Nach dem Feuer der Wandlung, wenn unsere Todolisten wegfallen und wir genau wissen, was unsere Aufgabe und der nächste Schritt ist, da wird Heilung gelebt. Wenn die Intuition klare Anweisungen gibt und wir ihr folgen. Schritt 9, das wahre Handeln, das Thema des heutigen Tages, ist der gelebte Wendepunkt einer jeden Heilung. In der Heldenreise beschreibt er die Rückkehr in die Oberwelt, wo der Held dann lernt seine Lektionen, sein Wunderserum und seine neue Kraft im Alltag einzusetzen. Mit dem Bewusstsein, dass jede Hürde, jeder Widerstand auf diesem Teil des Weges erneut auftaucht, das zweite Mal also, damit wir diesmal unseren Weg meistern – und dann geht’s leicht. Bei mir geht’s nur manchmal leicht und manchmal gar nicht, so ganz und gar nicht...
Gestern bin ich meinem Trigger gefolgt und fand mich in der schamanischen Reise wieder in einem Bild in dem erst meine Hände gelähmt waren und dann komplett ab waren. Handlungsunfähig. Meine Begleitung nahm die Hände in die ihren und dann fühlte ich das kleine Mädchen. Ein Baby, vor dem Alter des Arme-um-Hilfe-ausstreckens, als im ersten Lebensjahr. Das Alter in dem wir nur um Hilfe Schreien können. Ein stummer Schrei nach Mama kam aus mir heraus. Ich nahm mein Baby in den Arm und weinte die verzweifelten Tränen eines Babys. Ich spürte die tiefe verlassene Verzweifelung des Babys in mir. Oh weia. Und ich spürte die Lähmung in meinen Armen. Wie schwere Bleiklötze hingen sie an mir. Auch heute noch spüre ich diese Lähmung in den Händen. Ich darf noch weiter gehen in diesem Prozess.
Ich weite meinen Blick aufs Gesamtbild. Wieviele teilen dieses Schicksal mit mir? Bis in die 90 galt es als Erziehungsmaßnahme Babyschreie als Widerstand zu deuten und sich nicht von dem Baby auf der Nase rumtanzen zu lassen. Und dann der Emanzipationsanspruch der Frauen, mehr als die Männer leisten zu müssen um überhaupt wahrgenommen zu werden...  Ich kennen Geschichten von Müttern, denen es ihr Herz zerriss nicht sein Kind aus der Wiege zu nehmen und es dennoch nicht taten. So war es eben und dann nach der zweiten Nacht hörten die Schreie auf und das Baby schlief immer ruhig durch. Autsch. Als ich Ende der 90er Mutter wurd gab es ein Bestsellerbuch, in dem zwar humanere Methoden das Durchschlafen der Babys trainieren sollte, aber dennoch ging es darum das Baby von seinem Wunsch nach Nähe abzubringen und ihm etwas anderes anzutrainieren: durchschlafen. Wer kam nur auf die unnatürliche Idee Babys aus dem Bett der Eltern zu nehmen? Nicht gehört worden zu sein als Baby, wenn die Schreie stumm werden, weil die kleinen Stimmbänder es nicht aushalten. Wenn das Handeln erstirbt bevor wir die Arme um Hilfe ausstrecken, dann entsteht Handlungsunfähigkeit. Und wie kompensieren wir ein tiefes Gefühl nicht gehört worden zu sein? Wir bemühen uns fortan alles so zu machen, wie Mama und Papa uns möchten und überhören unsere eigene Stimme, von was wir brauchen.
Ich weiß, Eltern sein ist immer ein lavieren zwischen den Kräften der Eltern – Nachts nicht durchschlafen zu können ist einfach mega anstrengend - und der Wunscherfüllung des Kindes, doch warum sind wir überfordert? Wirklich wegen der Nächte oder wegen dem Tagesprogramm??? Welche Eltern können einfach zu Hause sein? Welche Eltern müssen heutzutage nicht Jobs annehmen, Ausbildungen machen und gleichzeitig Eltern sein. Erst die machtvollen Ideen patriachaler Disziplinvorstellungen und dann die Emanzipation richten sich beide nicht nach Babybedürfnissen. Es wird besser, aber gut ist was anderes. Elternzeit geht maximal ein Jahr. Unsere Gesellschaftsform ist nicht auf Babybedürfnisse eingestellt sondern auf einen Balanceakt zwischen den Arbeits-Karriere-Ansprüchen an beide Elternteile, Kitaplatz ab einem Jahr und der dem Anspruch liebevolle Eltern zu sein. Da wird kein Kind auf den Rücken geschnallt und ist bei der Arbeit dabei – weggeben ist nach wie vor die einzige Lösung, die unsere Gesellschaftsform anbietet – wir sind weit entfernt von Arbeitsstellen an denen Kinder dabei sind – dabei wäre das der natürlichste Weg. Auch für uns, denn dann würde Langsamkeit und Achtsamkeit einziehen in unseren Alltag. Genug gesamtgesellschaftlicher Blick.
Zurück in den Körper,denn es hat einen Grund wenn wir den Arsch nicht hochkriegen: Das Trauma liegt im Halschakra, wo die Bitte um Hilfe verstummte. Der ungehörte Babyschrei ist eine Blockade, die viele kennen. Im Erwachsenen zeigt sich das zB als nicht über seine Gefühle reden können, nicht um Hilfe bitten können. Die Mandeln sind nicht umsonst unser Frühwarnsystem. Sie sind gekoppelt mit der Intuition des Babys. Und es geht noch weiter: wenn unser Hilferuf so früh unerhört blieb, wir nicht lernten, dass ein Hilferuf, später die Arme nach Mama ausstrecken, erhört und uns genährt hat, fehlt uns etwas ganz Grundlegendes: wir können nicht empfangen, es uns nicht nehmen, nicht zugreifen. Wenn der Impuls um Hilfe zu rufen schon vor dem Arme ausstrecken lernen, verstummt ist, fließt die Lebenskraft nicht in die Arme, Hände hinein. Handlungsunfähigkeit ist fehlendes Empfangen können. Was passiert dann im erwachsenen Alter? Wie oben schon erwähnt, wir bemühen uns es den Mama und Papas unseres Erwachsenen Lebens recht zu machen, damit sie uns geben was wir brauchen und wenn die das dann tun, können wir es aber nicht empfangen, wir können uns nicht auffüllen. Wir haben keine Hände zum Zugreifen, keine Arme zum Annehmen. Die Kompensation des Rechtmachens blutet uns irgendwann aus. Wir tun doch alles und so gut, geben uns soviel Mühe und doch bleiben wir im Mangel. Weil wir nichts empfangen können. Da gehören die inneren Babys auf den Arm und nachgenährt.
Ich hab meine Handlungsunfähigkeit mein Leben lang übersprungen mit MACHEN. Ich hab gearbeitet wie ein Berserker, immer volle Todolisten, getrieben, immer was zu tun, immer neue Projekte. Um ja nicht diese Lähmung in den Armen zu spüren. Um ja nicht den Schmerz zu spüren des Babys in mir. Wenn wir den Arsch nicht hochkriegen, dann hat das einen Grund und es reicht nicht, wenn wir uns zwingen und antreiben. Es gibt nur einen Weg um in den Bereich des „und plötzlich geht es leicht“ zu kommen: die bleiernde Schwere der Handlungsunfähigkeit annehmen, das Baby nachnähren, halten, solange wie es eben brauch – auf die Gefahr hin, dass es für immer so bleibt, darf es da sein, sich genauso zeigen. Und ich die Große spüre die Kleine und sie darf sich zeigen, solange sie es brauch. Ich werde da sein. Ich halte sie. Ich lasse meine Todolisten fallen und nehme die Rufe meines inneren Babys ernst. Ich sorge für mich, für ein Leben in dem ein Baby einen Platz hat im Alltag. Ich schnalle mein Inneres Baby auf meinen Rücken und gehe langsam und achtsam durch meine Tage, verbunden für mich sorgend. Ich massiere meine Hände und Arme, belebe sie ganz langsam, ich tröste das Kind und versichere ihm meine Liebe. Ich lasse das megamäßige MACHEN fallen, gebe mich der Langsamkeit hin, akzeptiere, dass ich im gesellschaftlichen Ansehen keine Karriere mache, nicht den Ansprüchen genüge, sondern meinem inneren Baby genüge. Das ist meine Priorität. Ich nehme mich diesmal mit auf diesem Weg und springe nicht jedes Mal über meine inneren Hilferufe drüber. Meine Erwachsene hat gut zu tun, dies in unserer Welt durchzusetzen. Ich organisiere mir ein Feld, ein Leben in dem das möglich ist. In meiner Komfortzone kann ich mich schon lange nicht mehr verstecken. Meine Stimme erheben und mich für mich einsetzen erweist sich als richtig guter Weg. Nein sagen und Grenzen deutlich setzen lässt Leichtigkeit folgen.
Mögen wir eine Welt bauen in der die Bedürfnisse der Babys Nr.1 sind, Teil unseres Alltags. Eine Welt in der Babys wieder dabei sind, berührt und getragen. Die inneren wie die äußeren. AHO

Acryl, Bleistift auf Papier, 50 x 60 cm, 2016,

„Keine Ahnung“

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