Mittwoch, 9. März 2022

Das erste Mal im Leben - A HOLY SHIFT

 

Ich stell den Rucksack ab. 

Das erste Mal im Leben.

Und wir wandern gemeinsam, 

frei und ohne Gepäck

Du und ich. 


Ich bin eine Wanderin und

Die Zeit fliegt dahin

Und ich liege in ihr. Getragen und Bewegt.

Jeden Tag durchdringen mich ihre

Ideen, Begegnungen, auch Chancen.

Sie durchfluten mich. 

Energieströme unterschiedlichster Farben.

Die einen erkunde ich

Die anderen scheinen mich zu beschränken

Und ich darf mit der kurzen Erinnerung an mein Weiterfließen:

Hey, das ist der Sinn!

Diesen Wind hindurchlassen, 

mich meiner Strasse zu-wenden,

mich mir 

nicht zu, wie verschlossen, sondern auf, wie geöffnet 

hinwenden und meinen Weg gehen.

 


Ich bin eine Wanderin durch meine Zeit.

Ich durchtrenne diese Fäden, die mich klebrig machten

Halte die Nase in den Wind

Das, was für mich bestimmt, kommt alleine

Nicht halten. Ok.

Nicht suchen. Echt jetzt?

Nicht zerren.

Die Sucht als Krücke aufgeben.

Sie war so beliebt. 

 

Ich bin eine Wanderin auf meiner Strasse

Oh Gott, wie oft habe ich mich geweigert 

Blieb sitzen

Rannte zurück

Drum herum

Baute mir undurchdringliche Tore, 

damit ich nicht weiterkam

Verrannt in Panik

Gestrandet im eigenem Sicherheitsgefängnis.

Laut aufgeheult im Jammer. Im Morast. 

Dann aufgebäumt und geflohn und 

Am Abend bemerkt, dass ich nur ums Karree gekommen

Blind 

Die Fäden der Sucht doch nie durchtrennt.

 

Ich bin eine Wanderin durchs tiefste Tal

Heute regnets. Die Erde ganz schlammig

Doch der Wind flüsterts. Los hoch.

Los weiter. Es kotzt, wie der Regen, 

der Widerstand hoch. 

Los, das macht Spaß und Freunde. 

Der Entzug zeigt die dämmrige Feuchte. 

Verrückt, wo ich alle Drogen mied.

Ich mit Fünfzig gestrandet am Straßenrand der ewig Süchtigen.

Von Anerkennung vor allem

Von den Tausend Stimmen auf meinem Handy

Von den Helden der Filme, die mein Vorankommen ersetzten

Von ihren Küssen, sogar ihrem Sex

 

 

Ich bin eine Wanderin im Sumpf der Nebel 

Hier ist nicht viel los auf der Strasse des Lebens

Sind so viele verloren gegangen 

vor den kleinen Blechbüchsen 

Mein Herz pocht zu laut

Das Leben kommt anders, noch mehr als gedacht. 

Ich hebe den Kopf übern Tellerrand hinfort.

Hoffnung trägt mich weiter. Jeden Tag. 

Der Sommer wird kommen, die Liebe folgt auch.

Mein Feuer brennt hoch und wärmend. 

Die schönste Dunkelheit glitzert darin.

Gedreht. Gewendet. 

Die Magie des Lichtes mitten im Schmerz entdeckt.

Gewachsen. Geliebt. 

Nach Hause gekommen. 

Hab den Rucksack noch auf

Und kanns kaum glauben

 

Ich bin echt eine Wanderin. Habs Feuer durchquert. 

Erst Frühling und doch

Plötzlich sind die Strassen bunt, die Lichter an.

Da stehn sie, jubeln – alle sind sie da. 

Unfassbar. Ein Fest im Gange, wie nie erlebt

Sie winken und meinen mich

Der Wind trägt Musik, das Lachen. Tanzen.

Als wären sie immer da gewesen.

Nur ich zu blind im Nebel

Meine Freunde

Meine Liebe

Mein Sinn und Zweck. Home. 

All meine Hoffnung, all meine Träume waren immer wahr

Ich bin jetzt da. Ich bin wirklich da. Da wo ich immer hinwollte. 

Bin da, wo du schon immer warst.

 

Und das erste Mal in meinem Leben, stell ich den Rucksack ab

Und wir wandern gemeinsam, frei und ohne Gepäck.

Wir. 

Wir sind Wanderer durch diese Zeit. 

Gemeinsam. 

Im Licht der Liebe

Wilde feine Menschlichkeit 

Mutter Erde erhört

Helfende Hände und liebende Güte

Fühlende Weite gehalten 

In den Elementen 

Der Schönheit 

Im Frieden

 

 

 

 

 


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