Donnerstag, 5. August 2010

Hey Cop...


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Ich hab gestern Abend an der Bar mit nem echten Berlin-Cop ...lach... (er war echt süß) aus der organisierten Kriminalität über die Welt diskutiert...
ich hab es gar nicht ertragen, wie schwarz er diese Welt sieht. Ja, mir ist auch klar, dass er einen anderen Fokus hat, jeden Tag aufs Neue. Geh doch auf die Strasse, sagte er immer, schau es dir doch an. Ja, ich war auf der Strasse und ich möchte etwas verändern. Ich möchte nicht länger zu sehen, wie junge Menschen keine Ahnung haben, wie sie ihr Leben anpacken sollen. Umso mehr komme ich immer wieder zum selben Ergebnis, wenn ich diesen Blick und diese Wirklichkeit auf den Strassen reflektiere: Einer, wenigstens einer muß doch da stehen bleiben und ganz konsequent das Gute beleuchten, einer muß die Hoffnung behalten, muß den Fokus immer auf das Schöne, den Weg und die Möglichkeit heile zu werden, legen. Stellt euch nur vor wir alle würden aufgeben und die Welt nur noch durch diese schwarze Brille sehen und es gäbe keine Hoffnung mehr. Das ist doch naiv, sagte er. Ja! Ja, es ist naiv und das ist Konzept. Ich trainiere meine Naivität, meinen kindlichen hoffnungsvollen Blick, jeden Tag, ganz intensiv.
Ich halte das Leiden in dieser Welt fast gar nicht mehr aus, wenn ich Zeitung lese, dann sitze ich jedes Mal weinend davor, weil ich mich vor den Einzelschicksalen nicht verschließen kann, ich weiß nicht ob es daran liegt, dass ich Drehbuchautorin bin und ich mir gleich überlege, wie sich die Menschen fühlen um so zu handeln oder nachdem sie sowas erlebt haben oder ob ich im Herzen so offen bin, dass mich alles erreicht.... (will sagen, ich wunder mich schon immer, warum nicht alle in den Cafes, die Zeitung lesen, weinend da sitzen... ich hab immer ne Sonnenbrille dabei, die ich dann schnell runterzieh...) aber um so mehr, für jeden Einzelnen da draußen, möchte ich daran festhalten. Ich werde die Hoffnung nicht aufgeben, niemals und ich werde jeden Tag dafür kämpfen, dass Menschen ihre Träume verwirklichen und sich auf ihren Weg begeben, glücklich werden zu können. Ja, es sieht auf den ersten Blick so naiv aus, aber glaubt mir, es ist eine ganz schöne Anstrengung konsequent den negativen Blick abzuschneiden, den Zweifel rauszuwerfen, die Rückschläge auszuhalten, wieder von vorne anzufangen, die Ängste zu verjagen.
Aber was ist der ANDERE WEG? Es reicht ja nicht, das Negative zu ignorieren. Der andere Weg ist alles, was gute Gefühle auslöst. Nicht nur träumen, sondern machen und ich meine wirklich gute Gefühle, nicht der Kick einer Droge, der dich danach um so tiefer abstürzen lässt. Ich nenn es das Spaß-Prinzip! Ja, lass bei jeder anstehenden Entscheidung, bei jedem Schritt den Du gehst dein gutes Gefühl entscheiden und wenn es schlecht ist: NO, wrong way. Lass den Spaß entscheiden darüber, ob du richtig bist mit diesen Menschen, in dieser Situation, in diesem Beruf. Ich sag nicht, dass das leicht ist, wir alle müssen üben. Wenn wir tanzen lieben, müssen wir das üben, wenn wir singen wollen oder Bücher schreiben oder verkaufen wollen, wir müssen üben und dran bleiben – der Weg ist ds Ziel, mach dir das klar.
Wir haben einen Freund in unserer Bar, der sein Leben inzwischen so eingerichtet hat und es ist ein geflügeltes Wort zwischen uns geworden: wir „Schrödern“ heut mal wieder. Er tut was er will, er geht, wann er will, er trifft, wen er Bock hat, er schläft lange, wenn er will ... und ich kenn ihn nur lachend.... es sieht heute so leicht aus und wir beneiden ihn alle darum, aber auch er hat sich sein Leben erstmal so einrichten müssen, dass sein Beruf, das Geldverdienen zusammenpasst mit seiner Liebe zum Nachtleben. Und ich bin mir sicher, dass auch er immer wieder damit kämpft, seinen Löchern auszuweichen, aber ich erlebe ihn und er strahlt. Ich ziehe echt meinen Hut vor ihm. Und wisst ihr, was passiert, wenn er in den Laden kommt, dann siehst du, wie sich alle freuen. Diese Menschen, die sich das wagen, leuchten und sie werden zu Magneten, zu Vorbildern für Andere. Es gehört Mut dazu, so konsequent seinen Willen, seine Träume zu erforschen und sie wirklich auszuleben, egal wie schräg sie sind!
Ich habe keine Ahnung, warum Spaß haben so verpöhnt ist in unserer Gesellschaft und verbunden wird mit Oberflächlichkeit. Ich finde Spaß haben, lachen, Freude, Humor ist der Heilungsweg für jeden und eine echte Herausforderung.
Und wenn wir nicht voran gehen, wie sollen unsere Kinder das sonst lernen. Wenn wir nicht anfangen es anders zu machen, etwas Verrücktes, ganz Positives in Welt zu bringen, einen Weg zu gehen, der uns glücklich macht und den nach mir andere auch beschreiten können – wer denn sonst, wenn nicht wir? Wenn wir nicht diese Pfade austreten und den Weg sichtbar machen, wer soll es denn machen.
Es ist so einfach sich dem täglichen Nörgeln, Meckern und Verurteilen hinzugeben. Die Welt ist so schlecht und man hat doch eh keine Chance, kein Geld, niemand will uns, alles ist schlecht.... NEIN.
Es ist nicht nur meine Lebenszeit zurück, die ich verschwende, wenn ich mich dem Negativen hingebe. Es geht um meine Kinder, um alle Kinder, um alle Jugendlichen und ach, eigentlich um jeden, egal wie alt er ist, es geht um die, die nicht wissen wo sie lang gehen solln. Und ich weiß genau wie sich das anfühlt. Ich wünsch das niemandem und jeder sollte so schnell es geht da raus können und wir alle können helfen!
Ich, wir alle, jeder von uns, wir alle können voran gehen – das Einzige was uns immer bleibt in uns selber sind unsere Träume. Unsere Träume sind so wichtig, sie sind das, was wir eigentlich in diesem Leben erreichen wollen. Jeder von uns hat sie. Gebt sie nicht auf, holt sie heraus und traut euch sie zu leben. Wir alle haben Angst davor zu versagen, ausgelacht zu werden und alleine zu sein – aber ich finde es hilft, wenn man weiß, das wir alle mit Wasser kochen, dass wir alle dieselben Ängste haben und alle den gleichen kieksen Glücksschrei tun, wenn wir ins kalte Wasser springen. Lets go for a better world!
Hey Cop, ich weiß deinen Namen nicht, aber am liebsten würd ich mal zwei Nächte mit Dir durchtanzen, damit dein Leben wieder in Bewegung kommt. Es berührt mich tief, wenn Menschen, die am Nabel der Welt arbeiten so die Hoffnung verloren haben. Wir alle dürfen nicht aufgeben. Das haben wir versprochen als wir hier hin kamen. Jeder von uns. Wer soll den Kids da am Nabel denn sonst die Hoffnung geben, dass sie da raus kommen, wenn nicht Du?

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